2 junge Frauen (etwa 18, 19 J.) orientalischer Abstammung treffen sich zufällig in der U-Bahn. Die eine, Typ Hoppelschnitte, hält einen Papp-Kaffeebecher, die andere, Typ graue Maus, eine Einkaufstüte in der Hand.
Kaffeebecher: "Endlich sehen wir uns mal!"
<Küßchen rechts, Küßchen links>
Einkaufstüte: "Ja!"
Kaffeebecher: "Oh, ich bin heute sooo müde. ich hab schon 6 Tassen Kaffee getrunken. Der schmeckt richtig, richtig , richtig Scheiße." <deutet auf ihren Kaffeebecher>
Einkaufstüte. "Aha."
Kaffeebecher: "Hallo erstmal!" <beugt sich vor, Küßchen links, Küßchen rechts>
Einkaufstüte: "Wir haben uns doch schon begrüßt!"
Kaffeebecher: "Oh."
Kaffebecher." Was hast du gekauft?" <deutet auf die Tüte>
Einkaufstüte: "Ich freu mich total: Ich hab so ein nachgemachtes Ed-Hardy-Shirt bekommen, das ist echt schön. Schau mal, sieht man das, daß das nachgemacht ist?" <holt das T-Shirt aus der Tüte, breitet es aus, die andere begrabbelt es fachmännisch>
Kaffeebecher: "Ja, sieht man schon. An den Steinen. Und auch der Schriftzug, der ist bei Ed Hardy so anders. Also, das sieht man."
Einkaufstüte: "Echt? Ich find das schön. Ich finde, das sieht schon echt aus."
Kaffeebecher: "Neee. Das sieht man. Auch an den Steinen..."
An der Stelle mußte ich leider aussteigen. Gerade, als es richtig spannend wurde.
Es ist wirklich herzerwärmend, mit anzuschauen, daß es noch richtige, echte Freundschaft auf der Welt gibt. Grad so vor Weihnachten.
Samstag, 22. November 2008
Seltsame Begegnung 2
Es gibt Momente, da bereue ich es, kein Photo-Handy zu besitzen, mit dem man mal eben unauffällig einen Schnappschuß machen kann.
Denn heute im Bus bot sich mir wieder mal ein Anblick, der es wert gewesen wäre, ihn für die breite Öffentlichkeit zu konservieren, und sei es für den Foto-Wettbewerb "Modeunfälle". Ohne visuelle Dokumentation muß ich mich auf die Imaginationskräfte des Lesers verlassen.
Man stelle sich vor: Eine stark geschminkte Mitfünfzigerin mit auffallend unnatürlich braunem Teint. Gewandet in einen glockenförmigen Kurzmantel aus schwarzem Leder mit riesigen, wuschlig-schwarzen Kunstpelzapplikationen an Brust und Rücken, könnte auch Echtpelz gewesen sein, so genau kann ich das nicht auseinander halten. Dazu ein breites, schwarzes Stirnband, ebenfalls aus langhaarigem Fellmaterial unbekannter Genese.
Krönung des Ganzen waren aber die Moonboots aus hellem Velourleder mit in drei überlappenden Reihen aufgenähten Fellstreifen, die aussahen wie die Schwänze von Baby-Füchsen, durchsetzt mit Perlhuhnfedern. PETA-Anhänger wären bei dem Anblick sofort kollabiert.
Die Dame sah aus wie Dschingis Khans Schwiegermutter, eine Art klimakterische Pocahontas des Atomzeitalters. Ich habe mich wirklich bemüht, die Dame nicht länger anzustarren, schon um meinen Sehnerv vor der drohenden Degeneration zu schützen.
Ich glaube, es ist mir nicht ganz gelungen.
Denn heute im Bus bot sich mir wieder mal ein Anblick, der es wert gewesen wäre, ihn für die breite Öffentlichkeit zu konservieren, und sei es für den Foto-Wettbewerb "Modeunfälle". Ohne visuelle Dokumentation muß ich mich auf die Imaginationskräfte des Lesers verlassen.
Man stelle sich vor: Eine stark geschminkte Mitfünfzigerin mit auffallend unnatürlich braunem Teint. Gewandet in einen glockenförmigen Kurzmantel aus schwarzem Leder mit riesigen, wuschlig-schwarzen Kunstpelzapplikationen an Brust und Rücken, könnte auch Echtpelz gewesen sein, so genau kann ich das nicht auseinander halten. Dazu ein breites, schwarzes Stirnband, ebenfalls aus langhaarigem Fellmaterial unbekannter Genese.
Krönung des Ganzen waren aber die Moonboots aus hellem Velourleder mit in drei überlappenden Reihen aufgenähten Fellstreifen, die aussahen wie die Schwänze von Baby-Füchsen, durchsetzt mit Perlhuhnfedern. PETA-Anhänger wären bei dem Anblick sofort kollabiert.
Die Dame sah aus wie Dschingis Khans Schwiegermutter, eine Art klimakterische Pocahontas des Atomzeitalters. Ich habe mich wirklich bemüht, die Dame nicht länger anzustarren, schon um meinen Sehnerv vor der drohenden Degeneration zu schützen.
Ich glaube, es ist mir nicht ganz gelungen.
Dringende Nicht-Kaufempfehlung!
Ich habe heute leider den Fehler gemacht, meinem Hungergefühl nachzugeben und habe in der Esso-Tanke in der Einsteinstraße, an der Auffahrt zur A94 (von der selbst Esso scheinbar nix weiß, denn über die Tankstellen-Suche auf der Esso-Webseite findet man sie komischerweise gar nicht) eine Bockwurst mit Semmel gekauft.
Böser Fehler.
Erstens hatte das Ding, das von außen ganz passabel aussah, inwendig die wabbelige Konsistenz von Götterspeise - für eine Bockwurst absolutes No-go. Zum Zweiten wies sie auf ganzer Länge die geschmackliche Intensität einer Flasche Mineralwasser auf, wobei ich aber schon Sprudel getrunken habe, der ein würzigeres Bouquet hatte als die von mir erworbene Wurstattrappe. Nach dem ersten Bissen war mir dann auch klar, warum die Tankstellentante sich standhaft weigerte, meinem Wunsch nachzukommen und das Ding in die aufgeschnittene Semmel zu packen. Vermutlich wär die Wurst links und rechts schlaff aus der Semmel gelappt wie eine tote Katze resp. gekochte Spaghetti.
Nun kann man sich ja auch noch die geschmacksneutralste Fleischpeitsche mit einer ordentlichen Portion Senf erträglich machen, aber auch hier Versagen auf ganzer Linie. Die Pampe, deren auffallend unnatürliche hellgelbe Färbung mir eigentlich hätte eine Warnung sein müssen, hatte mit "echtem" Senf so viel gemein wie Caro Landkaffee mit türkischem Mokka. Wenn da zur Herstellung tatsächlich Senfkörner verwendet wurden, heiß ich ab heute Balthasar.
Einziger Lichtblick war die Semmel, denn die war frisch und knackig. Und das ist echt eine traurige Aussage in Anbetracht der Tatsache, daß es bei "Wurst mit Semmel" ja eigentlich um die Wurst geht.
Böser Fehler.
Erstens hatte das Ding, das von außen ganz passabel aussah, inwendig die wabbelige Konsistenz von Götterspeise - für eine Bockwurst absolutes No-go. Zum Zweiten wies sie auf ganzer Länge die geschmackliche Intensität einer Flasche Mineralwasser auf, wobei ich aber schon Sprudel getrunken habe, der ein würzigeres Bouquet hatte als die von mir erworbene Wurstattrappe. Nach dem ersten Bissen war mir dann auch klar, warum die Tankstellentante sich standhaft weigerte, meinem Wunsch nachzukommen und das Ding in die aufgeschnittene Semmel zu packen. Vermutlich wär die Wurst links und rechts schlaff aus der Semmel gelappt wie eine tote Katze resp. gekochte Spaghetti.
Nun kann man sich ja auch noch die geschmacksneutralste Fleischpeitsche mit einer ordentlichen Portion Senf erträglich machen, aber auch hier Versagen auf ganzer Linie. Die Pampe, deren auffallend unnatürliche hellgelbe Färbung mir eigentlich hätte eine Warnung sein müssen, hatte mit "echtem" Senf so viel gemein wie Caro Landkaffee mit türkischem Mokka. Wenn da zur Herstellung tatsächlich Senfkörner verwendet wurden, heiß ich ab heute Balthasar.
Einziger Lichtblick war die Semmel, denn die war frisch und knackig. Und das ist echt eine traurige Aussage in Anbetracht der Tatsache, daß es bei "Wurst mit Semmel" ja eigentlich um die Wurst geht.
Montag, 17. November 2008
Kein Schweiß ohne Preis
Besuchern des größten Dorfes der Welt sei auch ein Besuch der Erdinger Therme empfohlen. Aber Achtung: Diese an Superlativen nicht eben arme Bespaßungsanlage hat auch ihre Schattenseiten.
Schreiber dieser Zeilen kann allerdings nur Angaben zum "Saunaparadies" machen, da er sich angesichts der ziemlich happigen Preise* höchstens 1-2 Mal pro Jahr einen Sauna/Wellness-Tag im Erdinger Superdome gönnt. Auf die anderen Bereiche kann ich gut verzichten, zumal ich auch nicht unbedingt ausprobieren muß, wer auf Europas steilsten, längsten und wildesten Rutschen schneller unten ist, ich oder mein Mittagessen.
Zunächst muß man sagen, daß die Anlage wirklich toll ist: riesengroß, unzählige verschiedene Themenbereiche mit X verschiedenen Saunen, Dampfbädern und Ruhezonen. Hier findet eigentlich jeder Anhänger feuchter Heißluft seine Nische, wo er oder sie sich mal gepflegt die Poren durchspülen kann. Obwohl der gesamte Bereich schon früher ziemlich umfangreich und preisgekrönt war und ständig weiter ausgebaut wurde, wurde die gesamte Saunalandschaft innerhalb der letzten zwei Jahre nochmal ums 3-4fache erweitert.
Und genau da liegt auch die Crux des Sauna-Monstrums: Es ist einfach viel zu groß. In der derzeitigen Haupthalle (man weiß ja nie, was sich die Erdinger noch alles einfallen lassen) geht es mitunter zu wie auf dem Münchner Hauptbahnhof. Wenn man dort den Blick über die endlosen Liegestuhlreihen voller gestrandeter Zwergwale und (Alp)Träume in Frottee gleiten läßt, hin zur Poolbar, wo genitalrasierte Schweinezüchter aus der näheren Umgebung sich mit Weißbier betanken, und wenn einem dann noch die Putzfrau mit der Kehrmaschine über die unbekleideten Zehen kachelt, dann kommt nicht unbedingt Entspannung auf. Außerdem gehört zum traditionellen Schwitzen, daß man a) nackt ist und b) die Klappe hält. Und obwohl genau das laut Besucherhinweis auch in Erding so sein sollte, latschen ständig badebehoste Saunadilletanten an einem vorbei, während Abordnungen der niederbayrischen Landjugend johlend durch die Ruhezonen toben.
Menschen, die eher das Flair schalldichter, telefonzellengroßer Heimsaunen schätzen, könnten hier den ein oder anderen Kulturschock erleiden.
Ein anderes Erdinger Phänomen ist offenbar Gottseidank im Niedergang begriffen: Die Therme war früher "Bad Tattoo Central". So viele schlecht gestochene Indianerköpfe, winzige Teufelchen und schlecht sitzende Arschgeweihe hatte ich vorher noch nie gesehen. Wo Tätowierer anderswo an Schweinehälften übten, wurde in Erding Motive vermutlich gleich am lebenden Objekt getestet, mit eher überschaubarem Erfolg. Am erschreckendsten dabei: Eine Vielzahl von Trägern der dilettantischen Klecksereien gehörten schon der Generation Wüstenrot an und konnten vom Erscheinungsbild her vermutlich jeden Wolfgang-Petry-Hit auswendig mitsingen.
Fazit: Die Therme Erding ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man den Spaßbadcharakter erstmal akzeptiert hat und dafür auch mal tiefer in die Tasche greifen will.
Ein Erlebnis der anderen Art hatten wir auch noch bei unserm letzten Besuch am vergangenen Wochenende. Da ist nämlich einer in der Sauna umgekippt. Ich hab den guten Mann dann mit einem anderen Saunagast ins Freie geschleift. Der andere Helfer, ein offenbar passionierter Saunakenner, wehrte jedes Bestreben, medizinische Hilfe zu holen, mit den Worten ab: "Naa, der kimmt scho' widder. Der brauch nua a bisserl frische Luft!" Nachdem der Bewußtlose aber auch nach ein paar ordentlichen Backpfeifen in eisiger Kälte noch nicht "widder kimma is' ", haben wir dann doch die Saunaaufsicht gerufen. Der flugs herbeigeeilte Helfer kam dann auch vermutlich per Kennerblick gleich zu dem Schluß, daß hier Alkohol im Spiel sein mußte. Und während die Freundin des Kreislaufakrobaten eine entsprechende Nachfrage noch diffus mit "nicht viel" abwiegelte, antwortete er selbst in einem seiner lichten Momente wahrheitsgemäß "Zwei Flaschen Wein".
Hallooooo? Wie bekloppt kann einer sein, sich mit ca 2 Promille noch in die Sauna zu setzen?
*) Wir haben am Wochenende ca. 100 € da gelassen, davon allein 68 € für den Eintritt (für 2 P.).
Schreiber dieser Zeilen kann allerdings nur Angaben zum "Saunaparadies" machen, da er sich angesichts der ziemlich happigen Preise* höchstens 1-2 Mal pro Jahr einen Sauna/Wellness-Tag im Erdinger Superdome gönnt. Auf die anderen Bereiche kann ich gut verzichten, zumal ich auch nicht unbedingt ausprobieren muß, wer auf Europas steilsten, längsten und wildesten Rutschen schneller unten ist, ich oder mein Mittagessen.
Zunächst muß man sagen, daß die Anlage wirklich toll ist: riesengroß, unzählige verschiedene Themenbereiche mit X verschiedenen Saunen, Dampfbädern und Ruhezonen. Hier findet eigentlich jeder Anhänger feuchter Heißluft seine Nische, wo er oder sie sich mal gepflegt die Poren durchspülen kann. Obwohl der gesamte Bereich schon früher ziemlich umfangreich und preisgekrönt war und ständig weiter ausgebaut wurde, wurde die gesamte Saunalandschaft innerhalb der letzten zwei Jahre nochmal ums 3-4fache erweitert.
Und genau da liegt auch die Crux des Sauna-Monstrums: Es ist einfach viel zu groß. In der derzeitigen Haupthalle (man weiß ja nie, was sich die Erdinger noch alles einfallen lassen) geht es mitunter zu wie auf dem Münchner Hauptbahnhof. Wenn man dort den Blick über die endlosen Liegestuhlreihen voller gestrandeter Zwergwale und (Alp)Träume in Frottee gleiten läßt, hin zur Poolbar, wo genitalrasierte Schweinezüchter aus der näheren Umgebung sich mit Weißbier betanken, und wenn einem dann noch die Putzfrau mit der Kehrmaschine über die unbekleideten Zehen kachelt, dann kommt nicht unbedingt Entspannung auf. Außerdem gehört zum traditionellen Schwitzen, daß man a) nackt ist und b) die Klappe hält. Und obwohl genau das laut Besucherhinweis auch in Erding so sein sollte, latschen ständig badebehoste Saunadilletanten an einem vorbei, während Abordnungen der niederbayrischen Landjugend johlend durch die Ruhezonen toben.
Menschen, die eher das Flair schalldichter, telefonzellengroßer Heimsaunen schätzen, könnten hier den ein oder anderen Kulturschock erleiden.
Ein anderes Erdinger Phänomen ist offenbar Gottseidank im Niedergang begriffen: Die Therme war früher "Bad Tattoo Central". So viele schlecht gestochene Indianerköpfe, winzige Teufelchen und schlecht sitzende Arschgeweihe hatte ich vorher noch nie gesehen. Wo Tätowierer anderswo an Schweinehälften übten, wurde in Erding Motive vermutlich gleich am lebenden Objekt getestet, mit eher überschaubarem Erfolg. Am erschreckendsten dabei: Eine Vielzahl von Trägern der dilettantischen Klecksereien gehörten schon der Generation Wüstenrot an und konnten vom Erscheinungsbild her vermutlich jeden Wolfgang-Petry-Hit auswendig mitsingen.
Fazit: Die Therme Erding ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man den Spaßbadcharakter erstmal akzeptiert hat und dafür auch mal tiefer in die Tasche greifen will.
Ein Erlebnis der anderen Art hatten wir auch noch bei unserm letzten Besuch am vergangenen Wochenende. Da ist nämlich einer in der Sauna umgekippt. Ich hab den guten Mann dann mit einem anderen Saunagast ins Freie geschleift. Der andere Helfer, ein offenbar passionierter Saunakenner, wehrte jedes Bestreben, medizinische Hilfe zu holen, mit den Worten ab: "Naa, der kimmt scho' widder. Der brauch nua a bisserl frische Luft!" Nachdem der Bewußtlose aber auch nach ein paar ordentlichen Backpfeifen in eisiger Kälte noch nicht "widder kimma is' ", haben wir dann doch die Saunaaufsicht gerufen. Der flugs herbeigeeilte Helfer kam dann auch vermutlich per Kennerblick gleich zu dem Schluß, daß hier Alkohol im Spiel sein mußte. Und während die Freundin des Kreislaufakrobaten eine entsprechende Nachfrage noch diffus mit "nicht viel" abwiegelte, antwortete er selbst in einem seiner lichten Momente wahrheitsgemäß "Zwei Flaschen Wein".
Hallooooo? Wie bekloppt kann einer sein, sich mit ca 2 Promille noch in die Sauna zu setzen?
*) Wir haben am Wochenende ca. 100 € da gelassen, davon allein 68 € für den Eintritt (für 2 P.).
Samstag, 15. November 2008
Sick Pack
Seit den Anfängen der Verpackungsindustrie, als Homer Simp Homo Sapiens vor seiner Höhle sein Mammutsteak notdürftig in Rhabarberblätter wickelte, hat sich bis heute eine Menge getan.

Danke, Gutfried. You made my day!
Aber obwohl wir mittlerweile sogar Leute auf den Mond schießen, die im Gegensatz zu z.B. unserer Kandesbunzlerin da gar nicht hingehören, haben wir es noch immer nicht geschafft, unsere diversen Verpackungsprobleme zu lösen. Da hat auch die deutsche Verpackungsakademie noch nix dran geändert.
Ein kurzer Exkurs:
Ein kurzer Exkurs:
1) Mehrkomponenten-Alpträume.
Die meisten Verbrauchs- und Haushaltsgegenstände werden heute in diesen Plastiktresoren geliefert, die sich zwar prima an einen Haken hängen, aber nur unter Zuhilfenahme roher Gewalt aufbrechen lassen. Wieviel wertvolle Lebenszeit ich schon damit vergeudet habe, Dinge wie Glühbirnen, Fernbedienungen oder Akkuschrauber aus ihren Verpackungen zu fräsen! Nur um später festzustellen, daß es keine so gute Idee war, mit den Zähnen die Papprückseite durchzunagen, denn da war auch die Bedienungsanleitung drauf...
2) Dosen (besonders Fischbüchsen)
Das Tolle an Dosen ist: Der Inhalt ist praktisch für die Ewigkeit konserviert und unkaputtbar. Sogar wenn man in einer Million Jahren eine Dose mit Champignons aufmachen würde, der Inhalt würde immer noch genau so nach Blech schmecken wie heute. In Amerika sind Dosen sogar so populär, daß B. Obama sie zu seinem Wahlkampfslogan gemacht hat ("Yes, we can!")
Das Dumme: Es ist praktisch unmöglich, eine Dose zu öffnen, ohne sich oder seine Umwelt in Mitleidenschaft zu ziehen. Vor allem die Deckel der eingangs erwähnten Fischdosen haben es in sich: Läßt man sie dran, ringeln sie sich anmutig um den Rest der Dose, und sie herabtropfende Tunke versaut einem das Tischtuch. Reißt man sie ab, spritzt die gleiche Tunke wie vom Katapult geschossen durch die Gegend, egal, wie vorsichtig man zu Werke geht.
Wieder verschließen lassen sich Dosen leider auch nicht.
3) Französische, luftgetrocknete Salami und andere Spezialitäten mit Naturpelle
Lecker sind sie, diese schrumpligen, knüppelharten Fettpeitschen. Aber leider nur schwer aus der Umklammerung der Naturpelle zu befreien. Denn die haftet hartnäckig am schmackhaften Inhalt und läßt sich nur in enervierend kleinen Stücken entfernen, ein endloses Gepuhle, das einem leicht den Appetit verderben kann.
4) Naturverpackungen
Ich seh ja ein, daß nicht alles so praktisch verpackt sein kann wie eine Banane. Aber jeder, der schonmal beim Knacken einer Nuss der Inhalt samt Schale komplett zerbröselt hat oder mit der zähen Elefantenhaut einer Pomelo kämpfen mußte, hat sich dabei gefragt, ob das im Zeitalter der Genmanipulation wirklich noch zeitgemäß ist. Also, Gentechniker: Auf an die Reagenzgläschen und mal ein paar Reißverschlüsse und Sollbruchstellen an die Naturtresore gebastelt. Soll euer Schaden nicht sein...
5) Aufschnitt (Käse, Wurst etc)
Mittlerweile haben 95% aller Aufschnittverpackungen genau wie jede Dorfdisco eine Aufreiß-Ecke (man, war der schlecht!). Viele kann sind sogar wieder verschließbar, und bei den meisten gelingt das sogar. Aber ein Phänomen nervt mich jedes Mal aufs Neue: Genau am Aufreiß-Ende der Verpackung liegen die fächerförmig aufgereihten Wurst- oder Käsescheiben unten. D.h., man kann nicht die Packung aufreißen und bequem die oberste Scheibe vom Stapel pflücken. Denn die aus meiner Sicht oberste Scheibe des Stapels liegt am verschlossenen Ende der Verpackung. Man muß also entweder das ganze Ding komplett aufreißen, den Stapel irgendwie drehen, oder man muß die freiliegende Scheibe unter dem Stapel hervorziehen und zerpflückt sie dabei mit 99%iger Sicherheit. Man kann auch versuchen, bei halbgeschlossener Packung die oberste Scheibe irgendwie rauszuangeln, aber wenn man eine Hand der Größe XL in eine Verpackung Größe S zu schieben versucht, wird es meist unappetitlich.
Also alles eher suboptimal. Die Liste ließe sich sicher beliebig fortsetzen.
Aber es geschehen noch Zeichen und Wunder. Als ich schon glaubte, daß ich alle Hoffnung fahren lassen muß, da erhörten die Firma Gutfried mein stummes Flehen, und ich durfte eine Packung Geflügel-Bierschinken käuflich erwerben, bei der direkt unter der Aufreiß-Ecke die oberste Scheibe ihres Verzehrs harrte.
Aber es geschehen noch Zeichen und Wunder. Als ich schon glaubte, daß ich alle Hoffnung fahren lassen muß, da erhörten die Firma Gutfried mein stummes Flehen, und ich durfte eine Packung Geflügel-Bierschinken käuflich erwerben, bei der direkt unter der Aufreiß-Ecke die oberste Scheibe ihres Verzehrs harrte.

Danke, Gutfried. You made my day!
Mittwoch, 5. November 2008
Obama oder McCain?
Make no mistake: I don't care. Not really.
Spätestens, seit ich ein bißchen bei http://usaerklaert.wordpress.com/ herumgestöbert habe, sehe ich das ganze Tamtam etwas gelassener (obwohl ich auch vorher schon nicht mit einem "Yes, we can"-T-Shirt rumgelaufen bin).
Denn auch wenn es eine kleine Sensation wäre, den ersten schwarzen US-Präsi zu bekommen, und auch noch einen jungen, dynamischen, charismatischen, so ist er doch zwangsweise zuerst mal eines, nämlich Amerikaner. Und als solcher steht er wie alle anderen vor ihm für eine Politik, die zu allererst gut für die Interessen der USA ist. Auch, wenn er zunächst mal weit weltoffener, liberaler und sympathischer rüberkommt als der derzeitige, torfnasige Präsidentenverschnitt.
Dabei sei auch gerne mal an die anderen demokratischen Präsis mit Kuschelfaktor erinnert, JFK und Bill Clinton. Ersterem verdanken wir indirekt den Vietnamkrieg, letzterer hat seinerzeit auf dem Balkan zivile Ziele bombardieren lassen. Und andererseits darf man nicht vergessen, daß der Vater von Torfnase GWB als stockkonservativer Republikaner wesentlich an der Wiedervereinigung beteiligt war (was ich jetzt mal als Punkt auf der Habenseite betrachte).
Man muß also diese Obama-Schwärmereien mit Vorsicht genießen. Und auch, daß er schwarz ist, heißt noch gar nix. Das sind Condoleezza Rice, Idi Amin und Roberto Blanco auch, so what? Nur, weil sich die Deutschen einen US-Präsi wünschen, der keine "gottgewollten" Kriege mehr vom Zaun bricht und dem nicht ständig seine breitbeinige "Wir sind sowieso die Geilsten"-Attitüde aus jedem Knopfloch quillt, heißt das noch lange nicht, daß wir den auch bekommen. Wir bekommen den ja erstmal sowieso nicht.
Um so beknackter ist der Hype, der derzeit um die US-Wahl gemacht wird. Sicher, die US-Präsidentschaft ist international ein wichtiges Amt, keine Frage. Aber das hierzulande gleich 4 Haupt-Fernsehsender, allen voran ARD und ZDF (hätte da nicht mal wieder eine Anstalt gereicht?), die ganze Nacht mit Livebildern und Direktübertragungen gespickte Sondersendungen inszenieren, sprengt wirklich den Rahmen. Von dem journalistischen Dauerfeuer zur US-Wahl in den vergangenen Wochen gar nicht zu reden.
Mal abgesehen davon, daß um die Bundestagswahl nicht annähernd so ein Brimborium betrieben wird (zur Erinnerung: die regieren uns, nicht Obama oder sonstwer) und auch die Wahl unseres Bundespräsis (Horst wer?) die wenigsten so richtig interessiert.
Und wozu diese ganzen gebührenfinanzierten und vermutlich sauteuren Sondersendungen? Ich meine, falls sich wirklich genügend Deutsche finden, die sich an einem Wochentag die ganze Nacht vor die Glotze hocken?
Damit wir am Ende erfahren, daß irgendwo in Wyoming eine dampfgetriebene Lochkarten-Wahlmaschine explodiert ist und wieder bis Weihnachten Stimmen ausgezählt werden müssen? Oder um einem Haufen ekstatischer Amis live beim kollektiven Kollabieren zuschauen zu dürfen, weil ihr jeweiliger Wunschkandidat gewonnen oder verloren hat? Oder damit ein paar fast vergessene Schauspieler und andere "Experten" darüber fabulieren dürfen, warum sie Amerika nun eigentlich soooooo toll finden (passiert nämlich genau in diesem Moment)?
Hätte es nicht gereicht, das Ergebnis einfach morgen aus der Zeitung zu erfahren?
Vielleicht bin ich auch nur einfach gerade zu verbiestert, um dem Zirkus eine positive Seite abzugewinnen...
Spätestens, seit ich ein bißchen bei http://usaerklaert.wordpress.com/ herumgestöbert habe, sehe ich das ganze Tamtam etwas gelassener (obwohl ich auch vorher schon nicht mit einem "Yes, we can"-T-Shirt rumgelaufen bin).
Denn auch wenn es eine kleine Sensation wäre, den ersten schwarzen US-Präsi zu bekommen, und auch noch einen jungen, dynamischen, charismatischen, so ist er doch zwangsweise zuerst mal eines, nämlich Amerikaner. Und als solcher steht er wie alle anderen vor ihm für eine Politik, die zu allererst gut für die Interessen der USA ist. Auch, wenn er zunächst mal weit weltoffener, liberaler und sympathischer rüberkommt als der derzeitige, torfnasige Präsidentenverschnitt.
Dabei sei auch gerne mal an die anderen demokratischen Präsis mit Kuschelfaktor erinnert, JFK und Bill Clinton. Ersterem verdanken wir indirekt den Vietnamkrieg, letzterer hat seinerzeit auf dem Balkan zivile Ziele bombardieren lassen. Und andererseits darf man nicht vergessen, daß der Vater von Torfnase GWB als stockkonservativer Republikaner wesentlich an der Wiedervereinigung beteiligt war (was ich jetzt mal als Punkt auf der Habenseite betrachte).
Man muß also diese Obama-Schwärmereien mit Vorsicht genießen. Und auch, daß er schwarz ist, heißt noch gar nix. Das sind Condoleezza Rice, Idi Amin und Roberto Blanco auch, so what? Nur, weil sich die Deutschen einen US-Präsi wünschen, der keine "gottgewollten" Kriege mehr vom Zaun bricht und dem nicht ständig seine breitbeinige "Wir sind sowieso die Geilsten"-Attitüde aus jedem Knopfloch quillt, heißt das noch lange nicht, daß wir den auch bekommen. Wir bekommen den ja erstmal sowieso nicht.
Um so beknackter ist der Hype, der derzeit um die US-Wahl gemacht wird. Sicher, die US-Präsidentschaft ist international ein wichtiges Amt, keine Frage. Aber das hierzulande gleich 4 Haupt-Fernsehsender, allen voran ARD und ZDF (hätte da nicht mal wieder eine Anstalt gereicht?), die ganze Nacht mit Livebildern und Direktübertragungen gespickte Sondersendungen inszenieren, sprengt wirklich den Rahmen. Von dem journalistischen Dauerfeuer zur US-Wahl in den vergangenen Wochen gar nicht zu reden.
Mal abgesehen davon, daß um die Bundestagswahl nicht annähernd so ein Brimborium betrieben wird (zur Erinnerung: die regieren uns, nicht Obama oder sonstwer) und auch die Wahl unseres Bundespräsis (Horst wer?) die wenigsten so richtig interessiert.
Und wozu diese ganzen gebührenfinanzierten und vermutlich sauteuren Sondersendungen? Ich meine, falls sich wirklich genügend Deutsche finden, die sich an einem Wochentag die ganze Nacht vor die Glotze hocken?
Damit wir am Ende erfahren, daß irgendwo in Wyoming eine dampfgetriebene Lochkarten-Wahlmaschine explodiert ist und wieder bis Weihnachten Stimmen ausgezählt werden müssen? Oder um einem Haufen ekstatischer Amis live beim kollektiven Kollabieren zuschauen zu dürfen, weil ihr jeweiliger Wunschkandidat gewonnen oder verloren hat? Oder damit ein paar fast vergessene Schauspieler und andere "Experten" darüber fabulieren dürfen, warum sie Amerika nun eigentlich soooooo toll finden (passiert nämlich genau in diesem Moment)?
Hätte es nicht gereicht, das Ergebnis einfach morgen aus der Zeitung zu erfahren?
Vielleicht bin ich auch nur einfach gerade zu verbiestert, um dem Zirkus eine positive Seite abzugewinnen...
Dienstag, 4. November 2008
Medien im Internet 2
Ich bin beim Herumgoogeln auf folgende Webseite gestoßen, über die archivierte Zeitungsartikel zum Kauf feilgeboten werden:
http://robhom.genios.de/r_sppresse/daten/presse_maer/20080912/maer.2008091216445.html
Die wollen tatsächlich für eine Kopie der Rentner-Glückwunsch-Rubrik der Märkischen Allgemeinen eines einzelnen Stichtages 2,38 €? Für ganze 93 Worte?
Das macht etwa 2,5 Cent pro Wort. Nicht schlecht. Vor allem, wenn man bedenkt, daß der Kiosk-Preis für eine einzelne Ausgabe dieser Zeitung 80 Cent beträgt.
Na gut, seien wir mal ehrlich: Vermutlich wird nicht ein einziger der genannten Jubilare sich jemals ins Internet begeben, die Seite ansurfen und erst recht kein Geld für eine Kopie dieser simplen Namensliste ausgeben. Das müßte schon ein ausgemachter Narziß sein, der solches täte, und ein solcher hätte sich vermutlich gleich die Printversion in 3-facher Ausführung gekauft.
Trotzdem finde ich es nahezu dummfrech, ein journalistisches "Glanzstück" wie dieses tatsächlich zum Kauf anzubieten.
http://robhom.genios.de/r_sppresse/daten/presse_maer/20080912/maer.2008091216445.html
Die wollen tatsächlich für eine Kopie der Rentner-Glückwunsch-Rubrik der Märkischen Allgemeinen eines einzelnen Stichtages 2,38 €? Für ganze 93 Worte?
Das macht etwa 2,5 Cent pro Wort. Nicht schlecht. Vor allem, wenn man bedenkt, daß der Kiosk-Preis für eine einzelne Ausgabe dieser Zeitung 80 Cent beträgt.
Na gut, seien wir mal ehrlich: Vermutlich wird nicht ein einziger der genannten Jubilare sich jemals ins Internet begeben, die Seite ansurfen und erst recht kein Geld für eine Kopie dieser simplen Namensliste ausgeben. Das müßte schon ein ausgemachter Narziß sein, der solches täte, und ein solcher hätte sich vermutlich gleich die Printversion in 3-facher Ausführung gekauft.
Trotzdem finde ich es nahezu dummfrech, ein journalistisches "Glanzstück" wie dieses tatsächlich zum Kauf anzubieten.
Medien im Internet 1
Eigentlich sollte an dieser Stelle ein belangloser, kleiner Beitrag über die frappierende Ähnlichkeit zwischen dem mysteriös dahingeschiedenen DDR-Cowboy Dean Reed und der ZDF-Allzweckwaffe Markus Lanz stehen. Leider, vielleicht auch Gottseidank, hat mir das ZDF einen Strich durch die Rechnung gemacht, und das kam so:
Wer im Internet privat herumbloggt, begibt sich automatisch in eine rechtliche Grauzone. Als Autor fragt man sich ständig, ob man sich mit eigenen Inhalten, Verweisen bzw Links oder der Verwendung von Fremdmaterial nicht der Gefahr kostspieliger juristischer Schritte aussetzt. Welche Kritik fällt noch unter Meinungsfreiheit, welche nicht?
Man findet zwar darüber auch eine Menge Material, aber auch wenn man sich stundenlang durch die Botanik klickt, bleibt am Ende trotzdem nur Unsicherheit.
Für den geplanten Beitrag also benötigte ich sinnvollerweise ein Bild von Markus Lanz. Bilder findet man zwar genug, die Frage ist nur jedes Mal: Wem gehören die Rechte an so einem Bild? Wen frage ich, ob ich es verwenden darf, damit mir nicht eines Tages eine kostenpflichtige Abmahnung auf den Tisch flattert? Soll ich etwa anfangen, für meinen knuddeligen, kleinen Privatblog bei Bildagenturen einzukaufen?
Nun ist zwar das Risiko der Entdeckung bei meiner (winzig)kleinen, aber umso feineren Leserschaft vergleichsweise gering. Das sind sie aber auch beim Kaugummiklauen an der Tengelmann-Kasse, trotzdem mach ich es nicht.
Also schrub ich der Einfachheit halber ans ZDF, Lanz' Haus-und-Hof-Sender und Herr über viele hübsche Lanz-Schnappschüsse:
An: ZDF, Zuschauerredaktion
Betreff: Urheberrecht
Nachricht: Hallo, ich würde gern eines der Bilder (z.B. http://markuslanz.zdf.de/ZDFde/s_img/43/0,6992,7046571-render-L2-,00.jpg) von Markus Lanz in meinem privaten Blog verwenden (nicht kommerziell, nicht diffamierend o.ä.) Erhalte ich dafür Ihre Zustimmung? MfG Michel
Heute erhielt ich auf meine Anfrage folgende Antwort:
Sehr geehrte Damen und Herren,
aus Vertrag und rechtlichen Gründen ist der Bilderdienst ausschließlich Journalisten von Print-, Rundfunk und Online-Redaktionen vorbehalten, die regelmäßig über Fernsehen, ZDF, 3sat sowie die ZDF-Senderfamilie berichten und unser Material für ihre beruflichen Aufgaben benötigen.
Für die Private Homepage können wir kein Bildmaterial zur Verfügung stellen.
Wir bitten dafür um Ihr Verständnis, dass wir Ihnen kein Bildmaterial zur Verfügung stellen können.
Bitte mailen sie ihre Antwort ausschliesslich an: bilderdienst@zdf.de
Mit dem Zweiten sieht man besser
Mit anderen Worten: Mein Blog ist den lieben Leutchen beim ZDF zu poplig.
Nochmal: Ich hatte nicht nach einem Exklusivinterview mit dem Intendanten gefragt, und ich wollte auch nicht das Badewasser von Tommy Gottschalk auf Flaschen füllen. Es ging bloß um ein popliges kleines Bildchen von einem popligen kleinen Universalbespasser für ein popliges kleines Blog. Mit dem Zweiten sieht man in diesem Falle gar nix. Aber viel Spaß weiterhin mit meinen GEZ-Gebühren, ihr Pappnasen.
Was tun? Soll ich wirklich anfangen, täglich das ZDF-Programm zu rezensieren, nur um mich damit für den unbeschränkten Zugang zum ZDF-Bildarchiv zu qualifizieren? Wozu, um mir anschließend eine Lanz/Ruge/Kerner-Fototapete für die heimische Besenkammer zusammenzubasteln? Das kann das ZD-äffchen doch aber nicht wirklich wollen, daß ich demnächst mein kreatives Füllhorn ätzender Lästereien nur noch über ihm ausschütte, oder?
Anderseits müßte ich mir dann jeden Tag einen wesentlichen Teil des ZDF-Programm antun. Und ich hab mal irgendwo gelesen, daß zu viel ZDF-Konsum zur Spontanverkalkung der Arterien, Stuhlinkontinenz und Gähn-Defekten führen kann. Da hab ich dann doch irgendwie keine Lust drauf.
Vielleicht schreib ich Ihnen aber auch zurück:
Sehr geehrte Damen und Herren,
aus Vernunfts- und ästhetischen Gründen ist meine GEZ-Gebühr ausschließlich Journalisten vorbehalten, die diese Bezeichnung auch verdienen und GEZ-Gebühren für ihre beruflichen Aufgaben (Bildungsauftrag usw) benötigen. Für die Versendung inhaltsloser Boulevard-Magazine, uralter Telenovelas und demenzfördernder Volksmusik-Kommerzkacke kann ich kein Geldmaterial zur Verfügung stellen. Ich bitte dafür um Ihr Verständnis.
Mit dem Zweiten hört man besser. (Niki Lauda)
Wer im Internet privat herumbloggt, begibt sich automatisch in eine rechtliche Grauzone. Als Autor fragt man sich ständig, ob man sich mit eigenen Inhalten, Verweisen bzw Links oder der Verwendung von Fremdmaterial nicht der Gefahr kostspieliger juristischer Schritte aussetzt. Welche Kritik fällt noch unter Meinungsfreiheit, welche nicht?
Man findet zwar darüber auch eine Menge Material, aber auch wenn man sich stundenlang durch die Botanik klickt, bleibt am Ende trotzdem nur Unsicherheit.
Für den geplanten Beitrag also benötigte ich sinnvollerweise ein Bild von Markus Lanz. Bilder findet man zwar genug, die Frage ist nur jedes Mal: Wem gehören die Rechte an so einem Bild? Wen frage ich, ob ich es verwenden darf, damit mir nicht eines Tages eine kostenpflichtige Abmahnung auf den Tisch flattert? Soll ich etwa anfangen, für meinen knuddeligen, kleinen Privatblog bei Bildagenturen einzukaufen?
Nun ist zwar das Risiko der Entdeckung bei meiner (winzig)kleinen, aber umso feineren Leserschaft vergleichsweise gering. Das sind sie aber auch beim Kaugummiklauen an der Tengelmann-Kasse, trotzdem mach ich es nicht.
Also schrub ich der Einfachheit halber ans ZDF, Lanz' Haus-und-Hof-Sender und Herr über viele hübsche Lanz-Schnappschüsse:
An: ZDF, Zuschauerredaktion
Betreff: Urheberrecht
Nachricht: Hallo, ich würde gern eines der Bilder (z.B. http://markuslanz.zdf.de/ZDFde/s_img/43/0,6992,7046571-render-L2-,00.jpg) von Markus Lanz in meinem privaten Blog verwenden (nicht kommerziell, nicht diffamierend o.ä.) Erhalte ich dafür Ihre Zustimmung? MfG Michel
Heute erhielt ich auf meine Anfrage folgende Antwort:
Sehr geehrte Damen und Herren,
aus Vertrag und rechtlichen Gründen ist der Bilderdienst ausschließlich Journalisten von Print-, Rundfunk und Online-Redaktionen vorbehalten, die regelmäßig über Fernsehen, ZDF, 3sat sowie die ZDF-Senderfamilie berichten und unser Material für ihre beruflichen Aufgaben benötigen.
Für die Private Homepage können wir kein Bildmaterial zur Verfügung stellen.
Wir bitten dafür um Ihr Verständnis, dass wir Ihnen kein Bildmaterial zur Verfügung stellen können.
Bitte mailen sie ihre Antwort ausschliesslich an: bilderdienst@zdf.de
Mit dem Zweiten sieht man besser
Mit anderen Worten: Mein Blog ist den lieben Leutchen beim ZDF zu poplig.
Nochmal: Ich hatte nicht nach einem Exklusivinterview mit dem Intendanten gefragt, und ich wollte auch nicht das Badewasser von Tommy Gottschalk auf Flaschen füllen. Es ging bloß um ein popliges kleines Bildchen von einem popligen kleinen Universalbespasser für ein popliges kleines Blog. Mit dem Zweiten sieht man in diesem Falle gar nix. Aber viel Spaß weiterhin mit meinen GEZ-Gebühren, ihr Pappnasen.
Was tun? Soll ich wirklich anfangen, täglich das ZDF-Programm zu rezensieren, nur um mich damit für den unbeschränkten Zugang zum ZDF-Bildarchiv zu qualifizieren? Wozu, um mir anschließend eine Lanz/Ruge/Kerner-Fototapete für die heimische Besenkammer zusammenzubasteln? Das kann das ZD-äffchen doch aber nicht wirklich wollen, daß ich demnächst mein kreatives Füllhorn ätzender Lästereien nur noch über ihm ausschütte, oder?
Anderseits müßte ich mir dann jeden Tag einen wesentlichen Teil des ZDF-Programm antun. Und ich hab mal irgendwo gelesen, daß zu viel ZDF-Konsum zur Spontanverkalkung der Arterien, Stuhlinkontinenz und Gähn-Defekten führen kann. Da hab ich dann doch irgendwie keine Lust drauf.
Vielleicht schreib ich Ihnen aber auch zurück:
Sehr geehrte Damen und Herren,
aus Vernunfts- und ästhetischen Gründen ist meine GEZ-Gebühr ausschließlich Journalisten vorbehalten, die diese Bezeichnung auch verdienen und GEZ-Gebühren für ihre beruflichen Aufgaben (Bildungsauftrag usw) benötigen. Für die Versendung inhaltsloser Boulevard-Magazine, uralter Telenovelas und demenzfördernder Volksmusik-Kommerzkacke kann ich kein Geldmaterial zur Verfügung stellen. Ich bitte dafür um Ihr Verständnis.
Mit dem Zweiten hört man besser. (Niki Lauda)
Sonntag, 2. November 2008
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