Freitag, 31. Juli 2009

Spotfreunde

Eigentlich hatte ich mir ja fest vorgenommen, nicht den Weg der meisten anderen Blogs resp. privaten Fernsehsender zu gehen, die alle früher oder später auf den Trichter verfallen, mal was richtig Innovatives zu machen und eine "Lustige-Werbespots"-Rubrik resp. -Sendeformat ins Leben zu rufen.

Leider sind mir in letzter Zeit aber ein paar Spots unter gekommen, die ich einfach weiter verbreiten muss, weil ich sie aus dem ein oder anderen Grund bemerkenswert finde. Warum genau müßt ihr aber für jeden Spot selbst herausfinden. (Wir wollen es ja nicht zu einfach machen, stimmt's? Andererseits: Wirklich harte Nüsse gibt's da nicht zu knacken)







Donnerstag, 30. Juli 2009

Die Pest auf Rädern

Kennt jemand den Film „The Wild One“? Darin fällt eine wildgewordene Horde Gesetzloser auf 2 Rädern über eine Kleinstadt her und terrorisiert die Einwohner.

Die Münchner Blade Night funktioniert im Prinzip genauso, nur dass die Terroristen hier auf 8 Rädern unterwegs sind.

In den Sommermonaten schnallen sich jeden Montag ein paar hundert, manchmal auch ein paar tausend Rollschuh-Rocker ihre Inline Skates unter die Gehwarzen und fallen wie ein Schwarm Heuschrecken über die nächtlichen Münchner Straßen her. Was an sich ja gar nicht sooo tragisch wäre, wenn sich die Leute nicht benehmen würden wie die Siebte Kavallerie im Indianerreservat.

Begonnen hat der Irrsinn 1999, kurz nachdem findige Strategen ihre alten Rollschuhe in neuem Design als Inline Skates auf den Markt geschmissen hatten. Und die fitnesshungrigen Trendsklaven der Münchner Szene hechelten natürlich auch diesem Hype hinterher wie Pawlowsche Hunde hinter der Wurst. Einziger Grund auch hier: Potentiellen Fortpflanzungspartnern zu signalisieren, dass hier ein hipper, irgendwie sportlicher und ungemein dynamischer Chromosomenspender durch die Botanik rollert. So sah man in der Anfangszeit scharenweise Jungmanager, Werbefuzzis und Jurastudentinnen mit aufgeschürften Knien, zerschrammten Nasen und blutigen Handflächen durch die Gegend stolpern und bei After-Work-Partys über Kugellager und Rollwiderstände fachsimpeln, statt wie bisher die letzte „Ally McBeal“-Folge zu betratschen.

Es dauerte ebenfalls nicht lange, bis jemand auf die geniale Idee verfiel, all die ex- und ram-ponierten Körperenden mit Schonbezügen zu versehen, je nach Brieftasche aus Plaste&Elaste aus Schkopau oder aus pelzgesäumten Kevlar-Panzerplatten. So verwandelten sich schmächtige Power-Point-Gurus in Yuppie-Tracht nach Feierabend in anmutig dahingleitende Ritter der Großstadt, gewandet in schwarzglänzende Klettverschluß-Rüstungen. Zumindest, was das eigene Selbstbild anbetrifft, in Wirklichkeit hangelten sich albern gekleidete Feierabendkrieger unbeholfen von einem Laternenpfahl zum nächsten, immer Gewahr, am Kühlergrill eines genervten UPS-Fahrers oder zwischen den Tramgleisen feststeckend ihre Randgruppenexistenz zu beenden.

Bald sahen sich sogar Juristen gezwungen, sich mit der Bladerplage auseinander zu setzen. Denn den Skaters ging es wie den Insassen von Guantanamo: Alle waren zwar dafür, dass sie sich irgendwo frei bewegen durften, aber keiner wollte sie haben, weder Radfahrer auf „ihren“ Radwegen, noch die Fußgänger auf dem Trottoir. Der Frust wuchs, auf allen Seiten, zumal die Zahl der Bladehungrigen beharrlich stieg. Nicht weiter verwunderlich in einer Stadt, in der tagtäglich tausende Singles auf der Suche nach knatterwilligen Gleichgesinnten sind. Bald erkannten auch Sponsoren, dass sich mit der Kanalisation dieses sowohl sexuellen als auch verkehrstechnischen Frustpotentials viel Geld verdienen lässt – die Münchner Blade Night war geboren. Fortan waren Nicht-Blader in den Sommermonaten gut beraten, an Montagabenden zu hause zu bleiben, denn dann rollte die Inline-Lawine durch die abgesperrten Straßen der Innenstadt.

Obwohl es immer wieder Gerangel wegen fehlender Sponsoren gab und auch die Trendlemminge aus den Werbeagenturen ihre Rollschuhe rasch wieder an den Nagel gehängt hatten, gibt es die Blade Night heute immer noch. Nur fahren einem heute nicht mehr smarte Junior Manager die Ohren ab, sondern - ganz mainstream-konform - fusselhaarige Oberstudienräte in verbeulten Cordhosen und andere gelangweilte Großstädter, die jeden Scheiß mitmachen, solange ein wie auch immer geartetes „Wir-Gefühl“ dabei herausspringt. Und spätestens seit sich unser Planet für die globalisierte Menschheit erwärmt, hat man zudem überraschend festgestellt, dass Rollerblades keinen Motor haben und deswegen total öko sind. Und weil in einem grossen Dorf jeder gerne öko sein will, schnallt man sich Plastikgadgets an Füße, Knie und Ellenbogen und brettert Gauloises rauchend durch die hell erleuchteten Straßen der nächtlichen City, säuft dabei Schweizer Kräuterbrause aus dem Plastikbecher und darf sich fühlen, als habe man gerade im Alleingang eine brennende Ölquelle gelöscht. Nach Ende besteigt der Freizeit-Öko seinen Vorstadtpanzer und juckelt wieder nach Hause ins tropenholzgetäfelte Eigenheim.

So richtig ätzend wird die Blade Night aber für diejenigen Nicht-Blader, die gezwungen sind, den Weg des Rollkommandos kreuzen zu müssen. Das bedeutet dann nämlich, gemeinsam mit anderen Fußgängern zähneknirschend am Straßenrand zu stehen, während eine halbe Stunde lang ein ununterbrochener Strom von Speedjunkeys an einem vorbei schießt. An eine unbeschadete Überquerung der Straße ist dabei nicht zu denken. Ebenso gut könnte man versuchen, einen angreifenden Nashornbullen mit einer Marshmallow-Schleuder aufzuhalten.
Auf diese Art Pamplona-Feeling kann wohl nicht nur ich ganz gut verzichten.

Kleinere Dörfer als München dürfen aber aufatmen, denn Inline Skates sind weitgehend ein Großdorf-Phänomen. Denn erstens sind holprige Feldwege einem eleganten Dahingleiten eher abträglich, zweitens fehlt das Publikum (Kühe und Schafe zählen nicht). Denn der gemeine Blader möchte gesehen und bewundert werden, entweder für seine High-Tech-Ausrüstung oder für die Nonchalance, mit der er sich fortbewegt. In Dörfern wie München mag sich für diese Art primitiver Wertschätzung ja ein williges Publikum finden, auf dem Land wird man für soviel Affigkeit kurzerhand mit dem Trecker überfahren.

Sonntag, 26. Juli 2009

Snapshots - Momentaufnahmen aus dem größten Dorf

München-Lehel, 09:11 Uhr: Eine junge Frau steigt in einen Bus. Sie trägt ihr schwarz gefärbtes Haar in filzigen Amy-Winehouse-Strähnen, das Gesicht bedeckt eine fingerdicke Schicht kackbraunen Makeups. Die Augen verstecken sich hinter künstlichen Wimpern, Kajal und Mascara, welchen sie offenbar mit einem Klappspaten aufgetragen hat. Über ihnen oszillieren zwei Brauen mit kühnem Schwung quer über die Stirn. Ein glitzerndes Madonna-Piercing versucht verzweifelt, aber vergeblich, von der levantinischen Hakennase abzulenken.

Gewandet ist dieser Fleisch gewordene Fashion-Albtraum in ein durchscheinendes Leopardentop, das sich eng in die adipösen Gletscherspalten des Oberkörpers schmiegt und diesen so in einen überdimensionalen Rollbraten verwandelt. Offenbar ist die darunterliegende Haut mindestens eine Nummer größer als der Softporno-Fetzen, der sie bedecken soll. Das Gesamtbild wird von künstlichen Nägeln, einer viel zu engen Hüftjeans und den unvermeidlichen Ballerinas auf grausame Art und Weise abgerundet. Ob ein Arschgeweih ihre Lendenregion ziert, kann man leider (oder besser Gottseidank) nicht erkennen, ich bin aber bereit, einen Monatslohn darauf zu wetten, daß es so ist.

Alles an diesem Prototyp einer Plattenbau-Schlampe schreit „Ich bin billig!“ bzw. „TUSSIALARM!“ bzw. „30 Euro, ohne Küssen, Fernfahrer die Hälfte“. Kann man Pimkie für sowas eigentlich auf Schadenersatz verklagen?...

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München-Haidhausen, 12:53 Uhr: Ein kleiner Mann steht verloren in der Lobby eines mittelständischen Münchner Unternehmens. Der kleine Mann schimpft sich selbst „Baubiologe“, was übersetzt wohl so etwas wie „Esoterik-Spinner“ bedeutet. Er hat gerade die Firma mit allerlei abenteuerlichen Gerätschaften, die entfernt an das Innenleben eines Volksempfängers erinnern, auf „Strahlung“, „Felder“ und vermutlich linksdrehende Tachyonen untersucht. Und er hat für seine pseudowissenschaftlichen Zauberkunststückchen ein Schweinegeld kassiert. Wie er das gemacht hat? Das war gar nicht so schwer. Denn der Geschäftsführer des Unternehmens ist ein alter Bekannter von ihm. Man kennt sich, man versteht sich, man hilft sich, hie und da. Ist das nicht nett? Fast käme so etwas wie Ostalgie auf, wenn... nun: Wenn man nicht gerade in München wäre.
Da lacht der kleine Mann, daß die Wünschelrute lustig wippt, und vergißt glatt, daß sich eigentlich niemand wirklich für seine „Forschungsergebnisse“ interessiert…

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München-Forstenried, 19:04 Uhr: Ein Wagen überquert eine Kreuzung und biegt links ab. Nicht weiter aufsehenerregend, allerdings: Die Ampel war bereits dunkelrot. Auch keine Seltenheit in einer Stadt, in der „jeder moant er is a Star und schnupft wia wuid, daß a was guit“ (Spider Murphy Gang).

Nur: Diesmal ist es ein Streifenwagen, der ohne Hast und Rundumleuchte sich selbstgefällig solcherlei herausnimmt. Hier hat es niemand eilig, so behäbig wurden nicht mal bei "Polizeiinspektion 1" Verbrecher gejagt. Hier steuert lediglich jemand seinen Wagen in dem Bewußtsein, daß ihm für seinen Verstoß gegen die StVO buchstäblich niemand an die Karre pinkeln wird.

Wieder einmal werde ich daran erinnert, daß die Medaille „sicherste Stadt Deutschlands“ auch eine Kehrseite hat. Vielleicht gehörten die Schandarmen (bayr.) in dem Wagen ja auch zu jener Sorte Vollkontaktbeamte, die mit Vorliebe auf offener Straße Menschen filzen und ungefragt mit „du“ anreden, nur weil deren Teint ein wenig ins Schokoladige tendiert…

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München-Forstenried, 19:10 Uhr: Ein Radiomoderator von Charivari 95,5 bezeichnet „Dance with Somebody“ von Mando Diao als „neuen Superhit“. Was eine Menge über Radio Charivari, aber wenig über Mando Diao sagt, denn der Song war schon im Februar auf Platz 2 der deutschen Charts. Aber was kann man schon von einem Sender erwarten, der sich selbst verstümmelt, nur um irgendwie auf’s RDS-Display des Autoradios zu passen…

Freitag, 24. Juli 2009

"2 der Sugababes haben Schweinegrippe"

Zitat: "Wir mussten alle Veranstaltungen der nächsten Zeit absagen."

Da sag nochmal einer, so eine Pandemie sei zu nix nütze.

Bitte, bitte, bitte, wenn es Gerechtigkeit auf dieser Welt gibt, dann laß' den nervtötenden Wendler den nächsten sein! Der ist doch sowieso dauernd zur Idiotenbespaßung auf Mallorca! Einmal kurz in den Sangria niesen, und gut is'! Den Rest erledigt die Evolution!

Denkt daran: Immer, wenn einem schmalzigen Stampfbeat-Schlagerfuzzi die Stimmbänder wegfaulen, kriegt ein Engel seine Flügel!

Dienstag, 21. Juli 2009

Ohne Worte



(Sorry, liebe Leser, Neues vom Michel gibt es derzeit nur auf Sparflamme, da ich plötzlich und unerwartet zum heimischen Lazarett-Oberaufseher berufen wurde.)

Freitag, 17. Juli 2009

Ganz großes Tennis

Die Heimseite von gmx.de empfing mich heute unter der Rubrik "Stars" mit einer viel versprechenden Zeile über irgendeine Erotik-Mieze. Dort stand nämlich u.a. zu lesen: "Ihre junge, frische und zügellose Art beeindruckt nicht nur Produzenten..."

Donnerwetter!, dachte ich. Ein zügelloser Erotikstar - das ist ja wirklich mal was ganz neues.

Neugierig geworden, klickte ich auf den mehr-Link. Hinter jenem entblätterte sich nicht nur die Dame mit der zügellosen Art, sondern auch ein journalistisches Kleinod sondergleichen. Einen Schachtelsatz wie "Cassie spielt ihre Rollen nicht, sie fühlt sie, sie lässt sich einfach fallen und genießt jede Szene mit einem Temperament, wie es ihr nur ihr Hunger nach Sex gestatten kann, der tatsächlich echt ist." muß man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Da hat aber jemand wirklich knallhart recherchiert und kritisch hinterfragt, daß einem die Druckerschwärze aus den Ohren rieselt.

Den Pulitzer-Preis gibt's dann aber wirklich erst für dies hier: "Sie ist voller Lust und Leidenschaft und noch immer voller Experimentierfreude, die man sicher ihrem jugendlichen Temperament zuschreiben darf. Cassie steht für Hardcore und ihr Zungenpiercing verrät, was ihr Lust macht: die Lust des Mannes."

Wenn Alice Schwartzer von solchen Sätzen nicht mindestens feuchte Augen kriegt, dann weiß ich auch nicht.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Fundstück der Woche

Der großartige Christian Ulmen, hier als sein Alter Ego Nr. 263 "Uwe Wöllner", zum Thema Finanzkrise.



Eine messerscharfe Analyse, wie ich sie in letztzer Zeit in keiner Polit-Talkshow zum Thema treffender gehört habe.

Montag, 13. Juli 2009

Wann ist der Mann ein Mann?

Grönemeyer-Fans dürfen aufatmen: Dies wird keine Abrechnung mit dem King of "Currywurst".

Vielmehr geht es um die Frage, wie in unserer Gesellschaft Männlichkeit definiert wird.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Mir sind die klassischen Männlichkeitsrituale unserer Breitengrade einigermaßen zuwider. Auch die diversen Spielarten der Zurschaustellung vermeintlich männlicher Qualitäten, welche die Migration unserer Gesellschaft hinzugefügt hat, haben mit "How to be a man?" für mich wenig zu tun. Denn meist dreht es sich dabei darum, ob der Delinquent

- mindestens zwei Meter weit pinkeln kann, möglichst eine Minute lang, mit einem armdicken Strahl - je weiter länger oder höher, desto Mann,

- erklären kann, was "Abseits" ist,

- einem anderen die Nase blutig hauen kann, weil dieser etwas ungehöriges über seine Mami gesagt hat,

- Unmengen Alkohol in sich hinein schütten kann, ohne sich auf der Stelle zu übergeben,

oder etwas ähnlich kulturell hochstehendes.

In einigen ruralen Gegenden Deutschlands wird man sogar umgehend vom Dorfpfarrer zum König gekrönt, wenn man all das gleichzeitig erledigen kann.

Mit solchen lächerlichen, prähistorischen Kulthandlungen lockt den Michel noch keiner hinter dem Ofen hervor. Ebenso gut könnte man mit voller Wucht mit der Stirn gegen eine Betonwand rennen oder sich die Zehennägel mit der Kettensäge schneiden. All das ist bestenfalls stumpfsinnig, schlimmstenfalls fahrlässig dämlich. Mit Männlichkeit hat das aber nichts zu tun.

Mann sein bedeutet vor allem, Verantwortung zu übernehmen. Zuallererst für sich selbst (und für das was man tut oder auch nicht tut), in zweiter Linie auch für andere. Männlichkeit bedeutet, für eigene Überzeugungen einzutreten, Rückgrat zu zeigen, der Spanier spricht hier gern von "cojones". Um etwas kaputt zu machen, bedarf es lediglich einem Mindestmaß an Aggressivität; ein Mann sein bedeutet dagegen, etwas aufzubauen.

Genau in diesem Punkt hapert es aber häufig gerade bei denen, die ansonsten besonders verbal gern einen auf "dicke Hose machen". Vor allem Heranwachsende (manche lassen sich allerdings mit dem Heranwachsen bis zur Rente Zeit) schleppen einen Sack Komplexe, verquere Wertvorstellungen und Vorurteile mit sich herum. Sie fordern stets von allen Seiten Respekt für sich ein, ohne diesen für andere aufbringen zu können oder zu wollen. Sie reden von Stolz, ohne je etwas vollbracht zu haben, auf das man mit Recht stolz sein könnte. Manch einer ist sogar stolz auf die eigene Erektion, aber auch die kommt in der Regel erstmal ohne viel eigenes Zutun zustande. Eine erigierte Wirbelsäule findet man bei den Konsorten eher selten, vermutlich, weil sie dann ihre Bällchen aus dem Auge verlieren würden. Man könnte mutmaßen, daß sie deswegen so viel Zeit damit verbringen, sich ständig manuell zu vergewissern, daß ihr Reproduktionsapparat noch am angestammten Platz ist.

All jenen sei gesagt: Der Umstand, daß euch der Alterungsprozeß zumindest theoretisch in die Lage versetzt hat, ein Kind zu zeugen, macht noch lange keinen Mann aus euch. Erst wenn ihr ein Kind auch versorgen könnt und wollt, und zwar materiell und emotional, dürft ihr euch als Mann betrachten. Auch die Fähigkeit, einen alten Mann zu verprügeln oder im Aldi eine Tüte Gummibärchen zu klauen, bringen keine Männlichkeits-Punkte. Erst recht nicht, wenn es dazu ein ganzes Rudel von euresgleichen braucht. Mag sein, daß ihr euch in dem Moment wie Alpha-Männchen fühlt. Sobald aber das Adrenalin mal wieder raus ist aus der Blutbahn, benötigt ihr wieder einen Silberrücken, dessen breites Kreuz euch davon träumen läßt, es wäre euer eigenes.

Erst der, der dem alten Mann die Einkaufstüte nach Hause trägt, ohne sich dabei einen Zacken aus der Krone zu brechen, darf sich schon mal stolz durchs spärlich wuchernde Brusthaar wuscheln. Und wer es dann noch schafft, eher über sich als über andere zu lachen, der punktet Studien zufolge in puncto Männlichkeit auch beim anderen Geschlecht*. Obwohl es auch immer wieder genügend Trullas gibt, die auf brusttrommelnde Primaten abfahren, die sich nicht mal eine Tütensuppe warm machen können, zugegeben. Solche muß es auch geben. Obwohl ich wirklich nicht weiß, warum.

*) Wenn man ein wenig im Internet herumsucht, findet mal allerdings lauter widersprüchliche Informationen, worauf Frauen wirklich "stehen", je nachdem, wer wann wo warum welche Frauen befragt hat. Danach finden Frauen vor allem langhaarige, glatzköpfige, frauenverstehende Neandertaler in Uniform und mit dickem Auto anziehend, die wahlweise aussehen wie Boris Becker, George Clooney oder Barrack Obama, aber mit/ohne Humor. Mit anderen Worten: Auch das dämlichste Töpfchen kann offenbar noch ein hirngebleichtes Deckelchen finden. Es lebe die Evolution!

Samstag, 11. Juli 2009

Bemerkenswert...

...sind derzeit zwei Interviews auf Spiegel Online. Zumindest en detail.

Da erklärt zum Beispiel Gregor Gysi auf eine Frage vom SpOn:

"Ich erkläre Ihnen mal, wie man Sektierer wird. Man ist 19 Jahre alt, man will die Welt umkrempeln. Also sucht man Gleichgesinnte. Man hockt zusammen, schlechtester Rotwein, alles vollgequalmt, ein bisschen Petting, am Ende verabschiedet man ein Papier von 35 Seiten, in der die Welt analysiert ist, aber haarscharf. Vom amerikanischen Präsidenten bleibt da nichts übrig. Das Problem ist nur: Der liest das nicht. Das nächste Problem ist: auch keine andere Partei. Der SPIEGEL druckt es auch nicht. Wenn man Pech hat, interessiert sich nicht mal der Verfassungsschutz für einen."

Ich glaube, schöner wurde linkes Sponti-tum lange nicht umschrieben. Gleichzeitig erfahren wir, wie Herr Gysi seine Jugend rumgebracht hat. Oder hat er die Sätze am Ende aus dem Roman "Pubertieren in der Uckermark - Schicksalsjahre eine Kanzlerin"* geklaut?

Warum, Spiegel Online, man aber um Afrika langfristig nicht herum kommt, wie Sie Sir Bob Geldof interpretieren, verstehe ich nicht. Zumal ich ein konkretes Zitat vom zauseligen Herrn Bob im zugehörigen Interview nicht entdecken konnte.

Denn wie jedes Kind in der Schule lernt**, gibt es besonders für langfristige Unternehmungen einen pitoresken Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung herum, dann zweimal links abbiegen und durch den Suezkanal wieder rauf, wieder dorthin, wo die Guten wohnen. Schneller geht's eigentlich nur noch, wenn einem zwei NATO-Fregatten den Weg freischießen. Und wenn man mal nicht weiter weiß, einfach die vorbeischippernden Piratenschiffe aus der EU fragen, die die illegalen Fänge von der afrikanischen Küste wieder heim ins gelobte Land bringen. Kann natürlich sein, daß die Jungs mitunter nicht ganz so auskunftsfreudig sind...

*) ein Buch, das ich natürlich erst noch schreiben muß
**) bzw. lernen sollte bzw. früher mal gelernt hat - vielleicht kommt Gögraphie mittlerweile auch erst als Wahlfach im Gumminasium

...

PS: Wie, was ich mit dem Beitrag eigentlich sagen will?? Wieso muß eigentlich immer alles gleich eine Aussage haben? Und wieso fragt ihr mich? Keine Ahnung, was ich damit sagen will! Macht euch gefälligst eure eigenen Gedanken, 'zefix!

Und wenn euch das immer noch nicht reicht, hier das ultimative statement für alle, die nicht aufhören können, nervige Fragen zu stellen, nur weil sie sich aus dem Sesamstrassenlied ("Wer, wie, was?") eine Weltanschauung gebastelt haben:



Donnerstag, 9. Juli 2009

Fundstück der Woche

"Wenn's mal wieder länger dauert"... und der Chef grad nicht guckt, verkürzt man sich die Zeit mit lustigen Bildchen aus dem Internet.

Nun pinseln und kupfern ja die meisten "lustige-Bilder-Webseiten" fleißig voneinander ab. Eine, die auf eine etwas kreativere Art für Abwechslung sorgt, ist www.airtoons.com.

Hier werden klassische Sicherheitshinweis-Piktogramme hergenommen und mit neuen Kommentaren versehen. Hier einige Beispiele, damit ihr versteht, was ich meine:



















Montag, 6. Juli 2009

Und noch 'ne Schlagzeile

...diesmal von Baden-Online.de.

"Würgeschlange bei der Erdbeermarmelade - Königsnatter verirrt sich in einen Renchener Keller"

Würgeschlangen kannte ich bisher nur von der Essensausgabe bei der Bundeswehr...

Super, BILD...

...auch deine heutige Schlagzeile: "Michael Jackson - Wird er ohne Gehirn beerdigt?".

Bei den verantwortlichen "Journalisten" erübrigt sich die Frage wohl komplett, oder?

Sonntag, 5. Juli 2009

Spitzenidee der Woche

Wieder einmal wartet der Michel gleich mit zwei Verbesserungsvorschlägen auf, die das 21. Jahrhundert revolutionieren und von allen vorangegangenen Jahrhunderten positiv abheben werden.

1 - Bremsen für Frauen ab 40

Sicher hat das schon jeder mal erlebt: Man steht an einer Kreuzung. Von irgendwoher naht ein Muttertier auf einem Fahrrad. Plötzlich passiert das Unerwartete: Die Ampel springt auf Rot. Im Bestreben, die Gesetze der Physik außer Kraft zu setzen oder zumindest in ihren Grenzbereichen auszutesten, springt das Mutterwesen in voller Fahrt vom Rad und reißt dabei mit ihren Pfennigabsätzen handtellergroße Stücke aus dem Asphalt. Soweit erkennbar, weist das Rad allerdings mindestens zwei funktionsfähige Bremsen auf, den Rücktritt mal nicht mitgerechnet.

Eins der letzten großen Menschheitsrätsel lautet daher: Warum zum Kuckuck benutzt sie diese nicht, sondern greift jedes Mal zur halsbrecherischen Ganzkörperbremse und riskiert dabei, sich die frisch lackierten Zehennägel abzureißen?

Wie genau eine Bremse beschaffen sein muß, die eine durchschnittliche Hausfrau auch als solche erkennt UND BENUTZT, weiß ich auch nicht, ich bin schließlich kein Ingenieur. Vielleicht müßte man einen kleinen Schminkspiegel daran befestigen, oder die Bremshebel an einer nach Feng-Shui-Reglement für die Shakren günstigeren Stelle anbringen. Vermutlich irgendwo zwischen den Speichen, oder unter dem Rücklicht. Eventuell reicht aber auch schon eine kleine PR-Kampagne, um die Bereitschaft der Damen zu steigern, mal die komischen Hebelchen vorn am Lenker zu benutzen, nach dem Motto "Die Shimano-Diät - Bremsen Sie sich die Pfunde weg!" o.ä.

2 - Hilfe für Nutella-Esser

Man kann sich über viele Dinge streiten: Politik, Religion, die ideale Grillkohlezusammensetzung für das perfekte Raucharoma. Bei einem Thema sind sich jedoch alle (von ein paar Nudossi-Fundamentalisten im Osten mal abgesehen) einig: Nutella ist die beste "Nuß-Nougat-Creme" wo gibt. Zumindest die einzige, von der bekannt ist, daß Menschen sie pur aus dem Glas löffeln.
Das einzige Problem bei Nutella ist die Verpackung. Wenn man den weißen Deckel erstmal abgedreht hat, was immer von einem geheimnisvoll röhrenden Knistern* begleitet wird, trennt einen nur noch eine hauchdünne güldene Folie von dem braunen Schatz. Diese Folie allerdings weist seit Menschengedenken zwei unüberwindbare und extrem nervige Nachteile auf: Sie läßt sich nicht rückstandsfrei entfernen, und sie hat keinen "Zip", ein im Zeitalter der wieder verschließbaren Tüchertasche unhaltbarer Zustand.

Man ist gezwungen, die Folie wie zu Urgroßvaters Zeiten einzustechen, aufzuschneiden und abzufieseln, und das möglichst, ohne

- sich über dem offenen Glas einen Finger abzuschneiden,
- auf seiner Kleidung, dem Küchenmobiliar sowie an allen Anwesenden in 1 Meter Umkreis braune Schmierflecken zu hinterlassen und
- die Creme mit lauter goldenen Folienflöckchen anzureichern.

Auch wenn die Kunden es auch im jetzigen Zustand kaufen: Dieses Produkt benötigt ein Upgrade in Form einer leicht entfernbaren Folie samt daumenabdruckgroßer Lasche zum dran ziehen. Da verzichte ich auch gern mal auf die ein oder andere knuddelig-anheimelnde Kindheitserinnerung an winterliche Nutella-Orgien vorm knisternden Kamin, wenn ich dafür kein Blattgold mehr in meinem Brotaufstrich habe.

*) An diesem Knistern haben Sounddesigner vermutlich monatelang getüftelt, denn es dient keinem erkennbaren Zweck außer dem, den neugierinduzierten Speichelfluß des wartenden Essers zu erhöhen.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Fundstücke

...diesmal drei Webseiten, deren Urheber übers Ziel hinaus bzw. irgendwie am Ziel vorbei geschossen haben.

Der erste zeigt den Newsletter eines Bademodenshops.




Mein Favorit ist eindeutig "Strandmatte" Nr.1. Die ist auch am besten gepolstert.

(Wer denkt, daß der unkenntlich gemachte Text den eigentlichen Bezug zu den Fotos herstellt, den muß ich enttäuschen.)









Das nächste Bild zeigt einen Screenshot des US-Fernsehsenders Fox.

Nun ist ja der von mir gern gesehene Gordon Ramsay zwar auch Geschäftsmann, ob dem Sternekoch aber die Buletten-Werbung im Umfeld seiner Sendeformate schmeckt, wage ich mal zu bezweifeln.




















Der letzte Screenshot zeigt, was passiert, wenn Werbetools im Umfeld von Suchmaschinen mal daneben hauen.











Dass es preiswerte Auftragskiller jetzt schon bei ebay gibt, beunruhigt mich nicht wenig. Wer sein Gehalt aber mal mit dem eines solchen vergleichen möchte, der kann das offenbar auf der angeführten Schweizer Webseite tun.

Internet ist toll.