Moin miteinander,
dieses jahr missbrauche ich mal Michels Blog als Plattform. Vielleicht beschert es ihm ja ein paar neue Leser ;-)
Ja ich sitze wie jedes Jahr vor dieser Kiste und irgendwie lässt mich das Jahr nicht los. Man hat das Gefühl, dass am Ende des Jahres nix richtig geschafft ist, das Klima nicht gerettet, der Krieg in Afghanistan kriegt immer noch und Halle hat immer noch kein neues Fussballstadion, dafür aber erhöhte Kita-Gebühren...
Ich mache mir ja am Ende des Jahres immer den Spass und schaue zurück, genau wie RTL, ARD, ZDF, SAT1 und wie sie alle heißen mit Bilder, Menschen, Emotionen 2009 oder Menschen, Emotionen und Bilder 2009 oder 2009 Menschen Bilder Emotionen oder oder oder... Also dachte ich mir, ich auch!
Also wie fing das Jahr an? Wie fast alle Jahre, mit dem Vorsatz Abzunehmen (okay nicht wirklich), mehr Zeit mit dem Lieben zu verbringen (das stimmt aber ) mein Blutdruckmittel abzusetzen (keine Chance) und ner Menge mehr Dinge, die man sich Sektbenebelt in dieser ach so speziellen Nacht über den Jahreswechsel vornimmt. Aber wer ahnte, dass das Jahr des Gorilla, des Eisvogels und des Braunbrustigels solche turbulentes werde sollte, ein Mix aus Wirtschaftskrise, dem Weltklima und nem Farbigen auf dem US-Thron, Wahnsinn!
Final musste aber jeder erkennen, dass man niemandem mehr das eigene Geld anvertrauen konnte und die ganzen Kollegen in Slimline Hugo Boss Anzügen genauso viel von Aktien, Anleihen, Optionsscheinen etc. verstehen wie ich und glaubt mir wenn ich das von meinem Zahnarzt denken würde, auf Wiedersehen Bonusheft! Aber seis drum die Wirtschaftskrise hat alles gelähmt und irgendwie ging ja gar nix mehr. Dann folgten die Wahlen..erst das Debakel in Hessen, dann in Berlin und der finale Rettungsschuss kam aus Thuriniga, das Jahr schien sich selbst aus dem Rennen nehmen zu wollen. Aber Schwesterwelle und Mörkel haben das Land bisher nicht abgebrannt und Benzin war dieses Jahr gar nicht mehr so teuer, dass man das Gefühlt hatte, man kauft die Tankstelle und nicht ein paar Liter Sprit. Tja hat ihnen niemand ein Streichholz gegeben.
Wir haben den 20. Geburtstag der Bunten Republik gefeiert und keiner hats gemerkt. Aber das hatte ich ja schonmal geschrieben...
Es gab auch ein paar gute Filme leider hab ich außer "Star Trek" und "Die Gummibärchenbande geht nach New York" nix gesehen, aber schön waren die schon...erspart geblieben sind mir dabei
glaub ich solche Highlights wie Crank6 und Offenes Wasser8. Alles in allem aber kein erfolgreiches Kinojahr für mich.
Geendet hat das Jahr dann mit dem Hype um die Schweinegrippe. Alle wollten sich impfen lassen, vorallem die, bei denen man sowieso davon ausgegangen ist, dass der Virus wieder in seinen Originalwirt zurückkehrt. Ich hab bloß immer nach Dustin Hoffman und nem kleinen Affen Ausschauh gehalten und ob jemand versucht ne Aerosolbombe über uns abzuwerfen. Final ging aber alles wieder ohne großen Collateralschaden aus. Naja bis auf 50 Millionen Impfdosen, die irgendwo rumoxidieren und vermutlich nächstes Jahr gegen die Kanarienvogelgrippe wieder rausgekramt werden...Schön, dass es jedes Jahr ne Katastrophe gibt über die man sich aufregen kann.
So final war es ein anstrengendes Jahr (aber das schreib ich ja immer), nur noch 31 bis zur Rente in 2040. Ihr müsst also noch 31 Weihnachtsnachrichten ertragen. Ich schreib einfach keine Weihnachtskarten und als Rentner auch keine Emails mehr, sorry nach Frankfurt eure Karte war wie jedes Jahr sehr schön (das ist wirklich ernst gemeint)...
Job, Familie, Wohnort nix hat sich geändert, alles beim alten und wie immer ist jeder gern eingeladen bei uns vorbeizuschauen..gut er muss im Kinderzimmer schlafen, aber die werden erst gegen 6:00 wach und wir kommen doch alle in das Alter, in dem die Prostata Probleme macht.
Auf jeden Fall wünsche ich euch ein paar ruhige Tage, verbringt Sie mit den Menschen, die ihr liebt. Ich werde es auf jeden Fall tun. Esst ordentlich Gänsebraten und vielleicht findet ihr ja jemanden, der Klöße machen kann (ich kenn jemanden;-) Also Frohe Weihnachten, Yul oder Erastide, wo immer ihr euch gerade rumtreibt, lasst euch reich beschenken und genießt die 120. Wiederholung von Winnetou III (er stirbt am Ende, so jetzt isses raus..) ...lasst was von euch hören und vielleicht schaut ihr ja auch mal auf Michels Blog vorbei.
Viele liebe Grüße
Euer Ede
Montag, 21. Dezember 2009
Fröhliche Weihnachten!
Ihr habt's vielleicht gemerkt: Der Michel hat sich bereits eine kleine, vorweihnachtliche Auszeit genommen. Nicht nur, daß es in der Vorweihnachtszeit bereits genug zu tun gibt, mir ist auch kurzzeitig die Lust vergangen, mich mit Fernsehen oder Zeitgeschehen auseinander zu setzen - zu vielfältig waren die Themen der letzten Woche.
Allen voran natürlich der Klimagipfel. Tatsächlich war es buchstäblich der Gipfel, was uns da vorgesetzt wurde. Hunderte Politiker, Funktionäre und Spezialisten jetten nach Kopenhagen, lassen sich dort mit dicken Limousinen von Smörebröd zu Smörebröd kutschieren und geben vor, die Welt retten zu wollen, aber nur, wenn
- es so gut wie nichts kostet,
- dabei keine Wählerstimmen verloren gehen,
- man nicht auf Luxus verzichten muß und vor allem
- die anderen zuerst anfangen.
Großartig. Wer braucht Eisbären? Eine Umfrage unter Robben hat gezeigt: Niemand. Wer braucht Gletscher, wenn er Schneekanonen hat? Wer braucht Bangladesh, Chinesen nähen T-Shirts auch nicht schlechter.
Ohnehin zeigt ein Blick aus dem zugeschneiten Fenster: Alles Quatsch, das mit dem Klimawandel.
Für's neue Jahr kann man sich dann wenigstens vornehmen, sich nicht weiter den Kopf über Finanzkrise, Erderwärmung oder Schweinegrippe zu zerbrechen, sondern ein wenig über die Paradoxa der Gegenwart nachzudenken. Zum Beispiel:
Wenn ein Hund wirklich Deutschlands größtes Talent ist, was sagt uns das über unseren Genpool?
Kann man wirklich gleichzeitig Klima-Kanzlerin, Auto-Kanzlerin und "Kanzlerin aller Deutschen" sein und trotzdem nicht an Glaubwürdigkeit verlieren?
Wieso haben ausgerechnet Klobürsten weiße Borsten?
Nennt man das Gefühl, von einem Norweger beobachtet zu werden, wirklich Nordic Stalking?
Wie kann eine ganze Region 2010 Kulturhauptstadt sein?
Was werden wir wohl eher medial wahrnehmen: "2010- Das Europäische Jahr zur Bekämpfung von sozialer Ausgrenzung und Armut" oder "2010- Das Elvis-Presley-Jahr"?
Kann ich wegen Mordes vor Gericht gestellt werden, wenn ich keine Pampers kaufe und deswegen Kinder an Tetanus sterben?
Wie kommt Santa Claus ins Wohnzimmer, wenn es in 100 Jahren keine Kamine mehr gibt?
Glauben wir wirklich, daß die Amis vor 40 Jahren damit (Original Detailfoto) sechs Mal zum Mond und wieder zurück geflogen sind?
... oder worüber auch immer ihr wollt. Hauptsache: Mal die Glotze ausmachen und nachdenken. Im Fernsehen kreischt einem sowieso nur Mario Barth alle zehn Minuten auf einem anderen Kanal entgegen, daß Media Markt sein Laden ist. Das kommt mir vor wie Lobotomie auf Raten. (Weihnachtsfans aufgepaßt: Jedesmal, wenn Herr Barth eins auf die Glocke bekommt, kriegt ein Engel seine Flügel!)
So, Freunde, ich wünsche allseits ein paar ruhige Feiertage und einen guten Start ins Jahr 2010!
Auf Wiederlesen im neuen Jahr!
Allen voran natürlich der Klimagipfel. Tatsächlich war es buchstäblich der Gipfel, was uns da vorgesetzt wurde. Hunderte Politiker, Funktionäre und Spezialisten jetten nach Kopenhagen, lassen sich dort mit dicken Limousinen von Smörebröd zu Smörebröd kutschieren und geben vor, die Welt retten zu wollen, aber nur, wenn
- es so gut wie nichts kostet,
- dabei keine Wählerstimmen verloren gehen,
- man nicht auf Luxus verzichten muß und vor allem
- die anderen zuerst anfangen.
Großartig. Wer braucht Eisbären? Eine Umfrage unter Robben hat gezeigt: Niemand. Wer braucht Gletscher, wenn er Schneekanonen hat? Wer braucht Bangladesh, Chinesen nähen T-Shirts auch nicht schlechter.
Ohnehin zeigt ein Blick aus dem zugeschneiten Fenster: Alles Quatsch, das mit dem Klimawandel.
Für's neue Jahr kann man sich dann wenigstens vornehmen, sich nicht weiter den Kopf über Finanzkrise, Erderwärmung oder Schweinegrippe zu zerbrechen, sondern ein wenig über die Paradoxa der Gegenwart nachzudenken. Zum Beispiel:
Wenn ein Hund wirklich Deutschlands größtes Talent ist, was sagt uns das über unseren Genpool?
Kann man wirklich gleichzeitig Klima-Kanzlerin, Auto-Kanzlerin und "Kanzlerin aller Deutschen" sein und trotzdem nicht an Glaubwürdigkeit verlieren?
Wieso haben ausgerechnet Klobürsten weiße Borsten?
Nennt man das Gefühl, von einem Norweger beobachtet zu werden, wirklich Nordic Stalking?
Wie kann eine ganze Region 2010 Kulturhauptstadt sein?
Was werden wir wohl eher medial wahrnehmen: "2010- Das Europäische Jahr zur Bekämpfung von sozialer Ausgrenzung und Armut" oder "2010- Das Elvis-Presley-Jahr"?
Kann ich wegen Mordes vor Gericht gestellt werden, wenn ich keine Pampers kaufe und deswegen Kinder an Tetanus sterben?
Wie kommt Santa Claus ins Wohnzimmer, wenn es in 100 Jahren keine Kamine mehr gibt?
Glauben wir wirklich, daß die Amis vor 40 Jahren damit (Original Detailfoto) sechs Mal zum Mond und wieder zurück geflogen sind?
... oder worüber auch immer ihr wollt. Hauptsache: Mal die Glotze ausmachen und nachdenken. Im Fernsehen kreischt einem sowieso nur Mario Barth alle zehn Minuten auf einem anderen Kanal entgegen, daß Media Markt sein Laden ist. Das kommt mir vor wie Lobotomie auf Raten. (Weihnachtsfans aufgepaßt: Jedesmal, wenn Herr Barth eins auf die Glocke bekommt, kriegt ein Engel seine Flügel!)
So, Freunde, ich wünsche allseits ein paar ruhige Feiertage und einen guten Start ins Jahr 2010!
Auf Wiederlesen im neuen Jahr!
Freitag, 11. Dezember 2009
"Ab"gezockt
Wenn man frühmorgens durchs Privatfernsehen zappt, faseln einem auf mindestens zwei Sendern irgendwelche schlecht synchronisierten Dauergrinser mit Betonfrisuren etwas von sensationellen Trainingserfolgen mit irgendwelchen Bauchweg-Apparaturen vor. Früher hießen die Dinger einfach nur "Bauch weg - Gürtel", heute hört derselbe Plastikschrott auf viel exotischere Namen, meistens irgendwas mit "Ab-" (sprich "epp") vorneweg. Denn wenn etwas einen exotischen Namen hat, kann man mehr Geld dafür verlangen.*
Daß diese "Dauerwerbesendungen" von vorne bis hinten die reinste Verarsche sind - geschenkt. Wer wirklich noch glaubt, daß er von den Elektroimpulsen einer 1,5 Volt-Batterie einen Waschbrettbauch bekommt, der verdient es, verarscht zu werden.
Ich hab mir aber mal die Mühe gemacht, eine der dubiosen Angaben durchzurechnen, zumindest grob vereinfacht.
Eine der hochauthentischen Testimonials behauptete im Spot, sie hätte 5 kg abgenommen und 25 Zentimeter Bauchumfang verloren. Daß man bei Gewichtsverlust nicht nur am Bauch abnimmt und ja auch - zumindest theoretisch - Muskelmasse aufbaut, lassen wir mal unberücksichtigt. Die Angaben machen auch so schon keinen Sinn.
Nehmen wir einmal an, die Dame hätte zunächst einen Bauchumfang von 125 Zentimeter gehabt und diesen um 25 Zentimeter auf 100 reduziert. Legt man - wie gesagt, grob vereinfacht - die Formel für die Berechnung des Volumens einer Kugel zu grunde, kommt man zu dem Ergebnis, daß die Frau ca. 16,3 Liter Gewebevolumen eingebüßt hat. Macht bei einer Gewichtsabnahme von 5 kg ein spezifisches Gewicht von ca. 0,3. Dies entspricht ungefähr dem spezifischen Gewicht von Kork oder Styropor. Menschliches Fettgewebe hat ungefähr 0,9 Kilogramm pro Liter.
Man spricht zwar immer von "Rettungsringen", aber daß diese tatsächlich die Konsistenz von Styropor haben, ist wohl damit nicht gemeint.**
* Nur einer der Gründe, warum Prostituierte nie Hildegard heißen.
** Sicher: Die Rechnung ist stark vereinfacht und hält wahrscheinlich einer wissenschaftlichen Überprüfung nur bedingt Stand. Das tun die Versprechen der Bauchweg-Werbefritzen allerdings auch nicht.
Daß diese "Dauerwerbesendungen" von vorne bis hinten die reinste Verarsche sind - geschenkt. Wer wirklich noch glaubt, daß er von den Elektroimpulsen einer 1,5 Volt-Batterie einen Waschbrettbauch bekommt, der verdient es, verarscht zu werden.
Ich hab mir aber mal die Mühe gemacht, eine der dubiosen Angaben durchzurechnen, zumindest grob vereinfacht.
Eine der hochauthentischen Testimonials behauptete im Spot, sie hätte 5 kg abgenommen und 25 Zentimeter Bauchumfang verloren. Daß man bei Gewichtsverlust nicht nur am Bauch abnimmt und ja auch - zumindest theoretisch - Muskelmasse aufbaut, lassen wir mal unberücksichtigt. Die Angaben machen auch so schon keinen Sinn.
Nehmen wir einmal an, die Dame hätte zunächst einen Bauchumfang von 125 Zentimeter gehabt und diesen um 25 Zentimeter auf 100 reduziert. Legt man - wie gesagt, grob vereinfacht - die Formel für die Berechnung des Volumens einer Kugel zu grunde, kommt man zu dem Ergebnis, daß die Frau ca. 16,3 Liter Gewebevolumen eingebüßt hat. Macht bei einer Gewichtsabnahme von 5 kg ein spezifisches Gewicht von ca. 0,3. Dies entspricht ungefähr dem spezifischen Gewicht von Kork oder Styropor. Menschliches Fettgewebe hat ungefähr 0,9 Kilogramm pro Liter.
Man spricht zwar immer von "Rettungsringen", aber daß diese tatsächlich die Konsistenz von Styropor haben, ist wohl damit nicht gemeint.**
* Nur einer der Gründe, warum Prostituierte nie Hildegard heißen.
** Sicher: Die Rechnung ist stark vereinfacht und hält wahrscheinlich einer wissenschaftlichen Überprüfung nur bedingt Stand. Das tun die Versprechen der Bauchweg-Werbefritzen allerdings auch nicht.
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Es war einmal...
...in einem fernen Land, nennen wir es mal Ayern, da lebten einst in einem großen Dorf, nennen wir es mal Ünchen, viele brave Leute. Diese braven Leute nun arbeiteten Tag und Nacht, auf daß sie ihren Lieben zum Eihnachtsfest auch mal ein Geschenk kaufen konnten.
Leider wurde dieses Land von einem gar bösen König regiert. Sein Name war Dementius Fiskus.
König Dementius nun hatte den lieben, langen Tag nichts besseres zu tun, als sich Gemeinheiten auszudenken, mit denen er sein fleißiges Volk ärgern konnte. Am liebsten luchste er den Menschen ihr hart verdientes Geld wieder ab, nur um es anschließend für allerlei Unsinnigkeiten wieder zu verprassen. Sein sehnlichster Wunsch war es, daß seine bucklige Tochter Erkel zu verheiraten, und so legte er allein für ihre Mitgift Unsummen beiseite.
Doch niemand interessierte sich für die arme Erkel, bis eines Tages Graf Uido von Ester-Elle zum Schloß geritten kam. Und obwohl dieser zusätzlich zur ohnehin beträchtlichen Mitgift auch noch das halbe Königreich wollte, stimmt König Dementius mit Freuden zu. Denn er hatte in Uido einen Gleichgesinnten gefunden. Während sie die bucklige Erkel auf lange Reisen in ferne Königreiche schickten, hockten die beiden irre kichernd im Thronsaal und dachten sich Bosheiten aus.
Eines schönen Tages nun ersannen sie einen finsteren, heimtückischen Plan. Das brave Volk von Ayern sollte um sein gesamtes Hab und Gut gebracht und in den Wahnsinn getrieben werden, und die beiden wollten die Menschen sogar noch dafür bezahlen lassen.
So schlichen die zwei in der Nacht ins Dorf hinab und malten über den Eingang des Finanzamtes des Dorfes die Aufschrift "Klinik". Über die Eingangstür des größten Irrenhauses des Dorfes jedoch malten sie in riesigen Lettern "Finanzamt".
Die böse Saat ging auf. Alle Einwohner des Landes wurden schon nach kurzer Zeit bettelarm und verfielen dem Wahnsinn. Prinzessin Erkel verliebte sich auf einer ihrer Reisen in den schönen Arrack, den König der Eger, und kehrte zur Freude aller nie wieder nach Hause zurück. Uido und Dementius aber lebten glücklich in Saus und Braus bis an ihr Lebensende.
Aus. Happy End gibt's nicht. Tut mir leid.
PS: Nein, der Michel ist nicht unter die Märchenerzähler gegangen. Grund für die Geschichte ist die beeindruckende Ineffizienz, die das Münchner Finanzamt im Tausch gegen unsere Steuergelder bereit hält. Der aufmerksame Leser erinnert sich vielleicht an die unselige Kommunikation, die ich mit dieser Institution bereits vor knapp einem Jahr geführt habe. Nun, bis heute war Ruhe, sieht man mal davon ab, daß wir auch in diesem Jahr pünktlich unsere Steuererklärung abgegeben haben und in Folge dessen vor einigen Wochen auch einen recht erfreulichen Steuerbescheid zugestellt bekamen.
Heute kam dann ein neuer. Nicht nur, daß dieser die Existenz des ersten, korrekten Bescheides komplett ignorierte. Nein, es wurden auch gleich knackige 200 Euro für die (angeblich) nicht abgegebene Steuererklärung draufgeschlagen. Weiterhin wurde eine (komplett ungerechtfertigte) Nachzahlung von satten 4000 Ocken verlangt, und das 14 Tage vor Weihnachten. Beim letzten Mal wurde noch behauptet, man würde vor Weihnachten keine Steuerbescheide verschicken.
Nun, ein wesentlicher Teil dieser Forderung beruht auf einer fiktiven Schätzung von Einkommen aus selbständiger Tätigkeit. Dumm nur, daß diese Tätigkeit schon seit 5 Jahren nicht mehr ausgeübt wird, was dem Finanzamt auch hinlänglich bekannt ist.
Mit anderen Worten: Wir wurden behandelt, als hätten nie eine Erklärung abgegeben, als hätte man uns deswegen schon x-fach angemahnt und als hätte man all unsere Unterlagen aus den Vorjahren ebenfalls weggeschmissen. Zur Krönung wurde der Bescheid von demselben (!!!) Sachbearbeiter verschickt, der vor einigen Wochen auch den ersten, korrekten Bescheid erstellt hatte.
Nun, Fehler können passieren. So richtig ärgerlich aber wird es, wenn:
- der Fehler sich ständig wiederholt,
- nicht der Verursacher des Fehlers diesen selbst korrigieren muß, sondern ich und
- ich ihn für seine Schlamperei auch noch bezahlen muß, wenn auch indirekt.
Ich darf mich also nun hinsetzen und gegen jeden einzelnen Punkt des Bescheides sowie gegen jeden einzelnen der geforderten Beträge Einspruch erheben, wobei ich diesen auch noch mit entsprechenden Belegen begründen muß. Was nicht gerade zur Besserung meiner Stimmungslage beiträgt.
Eigentlich schade, daß es den Straftatbestand der "Beamtenbeleidigung" gar nicht gibt. Denn mancher Beamte beleidigt schon allein mit den hirnverbrannten Resultaten seines unseligen Tuns seinen kompletten Berufsstand. Das kann ich als eigentlich Betroffener kaum noch toppen. Obwohl ich es gern versuchen würde. Für diesen personifizierten Tritt in die Weichteile, der unsere Steuererklärung bisher bearbeitet hat, hätte ich schon einige recht phantasievolle Beleidigungen in petto...
Leider wurde dieses Land von einem gar bösen König regiert. Sein Name war Dementius Fiskus.
König Dementius nun hatte den lieben, langen Tag nichts besseres zu tun, als sich Gemeinheiten auszudenken, mit denen er sein fleißiges Volk ärgern konnte. Am liebsten luchste er den Menschen ihr hart verdientes Geld wieder ab, nur um es anschließend für allerlei Unsinnigkeiten wieder zu verprassen. Sein sehnlichster Wunsch war es, daß seine bucklige Tochter Erkel zu verheiraten, und so legte er allein für ihre Mitgift Unsummen beiseite.
Doch niemand interessierte sich für die arme Erkel, bis eines Tages Graf Uido von Ester-Elle zum Schloß geritten kam. Und obwohl dieser zusätzlich zur ohnehin beträchtlichen Mitgift auch noch das halbe Königreich wollte, stimmt König Dementius mit Freuden zu. Denn er hatte in Uido einen Gleichgesinnten gefunden. Während sie die bucklige Erkel auf lange Reisen in ferne Königreiche schickten, hockten die beiden irre kichernd im Thronsaal und dachten sich Bosheiten aus.
Eines schönen Tages nun ersannen sie einen finsteren, heimtückischen Plan. Das brave Volk von Ayern sollte um sein gesamtes Hab und Gut gebracht und in den Wahnsinn getrieben werden, und die beiden wollten die Menschen sogar noch dafür bezahlen lassen.
So schlichen die zwei in der Nacht ins Dorf hinab und malten über den Eingang des Finanzamtes des Dorfes die Aufschrift "Klinik". Über die Eingangstür des größten Irrenhauses des Dorfes jedoch malten sie in riesigen Lettern "Finanzamt".
Die böse Saat ging auf. Alle Einwohner des Landes wurden schon nach kurzer Zeit bettelarm und verfielen dem Wahnsinn. Prinzessin Erkel verliebte sich auf einer ihrer Reisen in den schönen Arrack, den König der Eger, und kehrte zur Freude aller nie wieder nach Hause zurück. Uido und Dementius aber lebten glücklich in Saus und Braus bis an ihr Lebensende.
Aus. Happy End gibt's nicht. Tut mir leid.
PS: Nein, der Michel ist nicht unter die Märchenerzähler gegangen. Grund für die Geschichte ist die beeindruckende Ineffizienz, die das Münchner Finanzamt im Tausch gegen unsere Steuergelder bereit hält. Der aufmerksame Leser erinnert sich vielleicht an die unselige Kommunikation, die ich mit dieser Institution bereits vor knapp einem Jahr geführt habe. Nun, bis heute war Ruhe, sieht man mal davon ab, daß wir auch in diesem Jahr pünktlich unsere Steuererklärung abgegeben haben und in Folge dessen vor einigen Wochen auch einen recht erfreulichen Steuerbescheid zugestellt bekamen.
Heute kam dann ein neuer. Nicht nur, daß dieser die Existenz des ersten, korrekten Bescheides komplett ignorierte. Nein, es wurden auch gleich knackige 200 Euro für die (angeblich) nicht abgegebene Steuererklärung draufgeschlagen. Weiterhin wurde eine (komplett ungerechtfertigte) Nachzahlung von satten 4000 Ocken verlangt, und das 14 Tage vor Weihnachten. Beim letzten Mal wurde noch behauptet, man würde vor Weihnachten keine Steuerbescheide verschicken.
Nun, ein wesentlicher Teil dieser Forderung beruht auf einer fiktiven Schätzung von Einkommen aus selbständiger Tätigkeit. Dumm nur, daß diese Tätigkeit schon seit 5 Jahren nicht mehr ausgeübt wird, was dem Finanzamt auch hinlänglich bekannt ist.
Mit anderen Worten: Wir wurden behandelt, als hätten nie eine Erklärung abgegeben, als hätte man uns deswegen schon x-fach angemahnt und als hätte man all unsere Unterlagen aus den Vorjahren ebenfalls weggeschmissen. Zur Krönung wurde der Bescheid von demselben (!!!) Sachbearbeiter verschickt, der vor einigen Wochen auch den ersten, korrekten Bescheid erstellt hatte.
Nun, Fehler können passieren. So richtig ärgerlich aber wird es, wenn:
- der Fehler sich ständig wiederholt,
- nicht der Verursacher des Fehlers diesen selbst korrigieren muß, sondern ich und
- ich ihn für seine Schlamperei auch noch bezahlen muß, wenn auch indirekt.
Ich darf mich also nun hinsetzen und gegen jeden einzelnen Punkt des Bescheides sowie gegen jeden einzelnen der geforderten Beträge Einspruch erheben, wobei ich diesen auch noch mit entsprechenden Belegen begründen muß. Was nicht gerade zur Besserung meiner Stimmungslage beiträgt.
Eigentlich schade, daß es den Straftatbestand der "Beamtenbeleidigung" gar nicht gibt. Denn mancher Beamte beleidigt schon allein mit den hirnverbrannten Resultaten seines unseligen Tuns seinen kompletten Berufsstand. Das kann ich als eigentlich Betroffener kaum noch toppen. Obwohl ich es gern versuchen würde. Für diesen personifizierten Tritt in die Weichteile, der unsere Steuererklärung bisher bearbeitet hat, hätte ich schon einige recht phantasievolle Beleidigungen in petto...
Dienstag, 8. Dezember 2009
Freitag, 4. Dezember 2009
Donnerstag, 3. Dezember 2009
REM-Schlaf
Wißt ihr, was nervt? Wenn sich in lebhaften Träumen ständig die Rahmenbedingungen ändern. Und egal, wie extrem diese Veränderungen ausfallen, du akzeptierst alles widerspruchslos, denn im Traum ist sowas normal. Nur weißt du eigentlich gar nicht, daß du träumst, das wird dir erst nach dem Aufwachen klar.
Ein Beispiel.
Du bist ein erfolgreicher Firmenboss und befindest dich mit deinem geräumigen Luxusgefährt auf dem Weg zur Arbeit. Neben dir sitzt deine 18jährige, brasilianische Sekretärin.
Du bekommst einen Anruf deines Vorgesetzten. Bei dem Telefonat wird deutlich: Du bist gar nicht der Chef, das Auto ist ein Firmenwagen und die Frau neben dir ist plötzlich keine brasilianische Schönheitskönigin mehr, sondern deine Frau.
Diese fängt an, dir irgendwelche Anweisungen zu geben, und während des Gesprächs wird dir klar: Das Auto ist nicht dein Firmenwagen, sondern ihrer, du bist lediglich der Chauffeur deiner erfolgreichen Frau. Die im übrigen gar nicht mehr neben dir sitzt. Dort sitzt jetzt deine Schwiegermutter, und das Auto verwandelt sich unter deinen Händen in einen 20 Jahre alten Ford Escort.
Plötzlich wirst du von der Polizei angehalten. Die freundlichen Beamten, die aus irgendeinem Grund nur Russisch sprechen, stellen fest, daß du deinen Führerschein schon vor einem halben Jahr wegen Trunkenheit am Steuer verloren hast. Dir fällt plötzlich ein, daß du ja sonst immer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst. Das macht aber nichts, denn mit dem Führerschein hast du natürlich auch deinen Chauffeursjob verloren, du arbeitest seitdem als Hausmeister in der Firma deiner Frau.
Während die freundlichen Beamten dich abführen, um dich in einen sibirischen Gulag zu verfrachten, fährt der 18jährige, brasilianische Privatsekretär deiner Frau lachend mit dem Auto davon, welches sich gerade wieder unmerklich eine Luxuskarosse zurückverwandelt hat.
Versteht ihr, was ich meine?
Ein Beispiel.
Du bist ein erfolgreicher Firmenboss und befindest dich mit deinem geräumigen Luxusgefährt auf dem Weg zur Arbeit. Neben dir sitzt deine 18jährige, brasilianische Sekretärin.
Du bekommst einen Anruf deines Vorgesetzten. Bei dem Telefonat wird deutlich: Du bist gar nicht der Chef, das Auto ist ein Firmenwagen und die Frau neben dir ist plötzlich keine brasilianische Schönheitskönigin mehr, sondern deine Frau.
Diese fängt an, dir irgendwelche Anweisungen zu geben, und während des Gesprächs wird dir klar: Das Auto ist nicht dein Firmenwagen, sondern ihrer, du bist lediglich der Chauffeur deiner erfolgreichen Frau. Die im übrigen gar nicht mehr neben dir sitzt. Dort sitzt jetzt deine Schwiegermutter, und das Auto verwandelt sich unter deinen Händen in einen 20 Jahre alten Ford Escort.
Plötzlich wirst du von der Polizei angehalten. Die freundlichen Beamten, die aus irgendeinem Grund nur Russisch sprechen, stellen fest, daß du deinen Führerschein schon vor einem halben Jahr wegen Trunkenheit am Steuer verloren hast. Dir fällt plötzlich ein, daß du ja sonst immer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst. Das macht aber nichts, denn mit dem Führerschein hast du natürlich auch deinen Chauffeursjob verloren, du arbeitest seitdem als Hausmeister in der Firma deiner Frau.
Während die freundlichen Beamten dich abführen, um dich in einen sibirischen Gulag zu verfrachten, fährt der 18jährige, brasilianische Privatsekretär deiner Frau lachend mit dem Auto davon, welches sich gerade wieder unmerklich eine Luxuskarosse zurückverwandelt hat.
Versteht ihr, was ich meine?
Dienstag, 1. Dezember 2009
Wir haben verstanden
Wir leben in einer Welt völlig indifferenter und diffuser Zeitangaben. Begriffe wie "gleich", "Moment" und "demnächst" sind so dehnbar und vage wie die FDP-Wahlversprechen.
Daher sei dem MVV* Lob und Dank, daß man sich dort zumindest einer dieser Formulierungen angenommen und sie einer Präzisierung zugeführt hat. Denn "in Kürze" bedeutet, zumindest bei uns in München, "in einer Sekunde".
Denn bei den neuen U-Bahnen vergeht zwischen den Ansagen "Bitte zusteigen, der Zug fährt in Kürze ab!" und "Bitte zurückbleiben!" (welche ertönt, während die Türen sich schließen) exakt eine Sekunde. Da heißt es schnell sein, vor allem Ortsunkundige lassen beim Hineinhechten oft unfreiwillig Angehörige, Fingerkuppen und Zwerghunde vom Typ "Kampfratte" auf dem Bahnsteig zurück. Besonders fatal wird es, wenn sich nach dem Zusteigen die Hand mit dem Leinenende und der zugehörige Hund auf verschiedenen Seiten der Zugtür befinden. Da heißt es für Waldi bis zur nächsten Haltestelle rennen, rennen, rennen und nicht auf stromführende Teile treten.
Das Leben in der Großstadt ist halt nicht ungefährlich. Man spricht ja nicht von ungefähr vom "Großstadtdschungel". Und im Dschungel ist es nun mal überlebenswichtig zu wissen, ob der hungrige Tiger nun in Kürze um die Ecke kommt oder in einer Sekunde.
*) MVV = Müchner Verkehrs- und Tarifverbund
Daher sei dem MVV* Lob und Dank, daß man sich dort zumindest einer dieser Formulierungen angenommen und sie einer Präzisierung zugeführt hat. Denn "in Kürze" bedeutet, zumindest bei uns in München, "in einer Sekunde".
Denn bei den neuen U-Bahnen vergeht zwischen den Ansagen "Bitte zusteigen, der Zug fährt in Kürze ab!" und "Bitte zurückbleiben!" (welche ertönt, während die Türen sich schließen) exakt eine Sekunde. Da heißt es schnell sein, vor allem Ortsunkundige lassen beim Hineinhechten oft unfreiwillig Angehörige, Fingerkuppen und Zwerghunde vom Typ "Kampfratte" auf dem Bahnsteig zurück. Besonders fatal wird es, wenn sich nach dem Zusteigen die Hand mit dem Leinenende und der zugehörige Hund auf verschiedenen Seiten der Zugtür befinden. Da heißt es für Waldi bis zur nächsten Haltestelle rennen, rennen, rennen und nicht auf stromführende Teile treten.
Das Leben in der Großstadt ist halt nicht ungefährlich. Man spricht ja nicht von ungefähr vom "Großstadtdschungel". Und im Dschungel ist es nun mal überlebenswichtig zu wissen, ob der hungrige Tiger nun in Kürze um die Ecke kommt oder in einer Sekunde.
*) MVV = Müchner Verkehrs- und Tarifverbund
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