Posts mit dem Label Best of Werbung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Best of Werbung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 6. Mai 2023

Bekloppte in München und der Welt

Die schönste Münchnerin hat ein einzigartiges Talent: Sie ist ein Menschenmagnet.

Sie wird quasi wo sie geht und steht von Menschen angesprochen. Mal wird sie um Hilfe gebeten, mal kriegt sie einfach nur spontan Komplimente, und manchmal sind die Anliegen auch so, dass sie das Ereignis damit für diese Rubrik qualifiziert.

Ein Biergarten mitten in der Münchner Innenstadt. Die schönste Münchnerin sitzt dort, wartet auf den Michel und liest. Eine Frau nähert sich, der folgende Dialog entspinnt sich:

Frau Wunderlich: Hallo, darf ich sie ansprechen?

Schöne Münchnerin: Ja, gerne.

Frau Wunderlich: Ich suche noch Ehrenamtliche für eine Friedensbewegung.

Schöne Münchnerin: Aha, was kann ich mir darunter vorstellen?

Frau Wunderlich: Wir treffen uns immer Freitagabend oder Samstagsfrüh bei mir zuhause.

Schöne Münchnerin: Also, da hab ich jetzt eher keine Zeit...

Frau Wunderlich: Schade. Ich habe zuhause Hochfrequenztexte. Die lesen wir dann zuerst gemeinsam, später verbinden wir uns über das Telefon und lesen dann gemeinsam diese Hochfrequenztexte. Wir schicken so ein Energieband direkt in den Kosmos.

Schöne Münchnerin: Aha. Na, da wünsche ich ihnen aber viel Erfolg, aber da bin ich leider raus...

Habe ich erwähnt, dass mein Menschenmagnet außerdem auch eine unerschöpfliche Geduld mit geistigen Wurzelbürsten hat?

******************

Werdet ihr zur Zeit auf Youtube auch mit einer Werbung für Star Wars Seife belästigt? Ja?

Der Werbeclip ist wirklich irritierend, weil er wirkt wie seine eigene, schlechte Parodie. Und obwohl man sich die ganze Zeit fragt, ob man es mit einem Spoof zu tun hat, wird hier tatsächlich ein reales Produkt beworben: 4 Stückchen Seife für 50 Euro. Ja, richtig gelesen.

Da der Spot am Ende doch ernst gemeint scheint, komme ich nicht umhin, eine Einblendung im Spot ebenfalls ernst zu nehmen:


Ja. Da seid ihr jetzt sicher genau so überrascht wie ich: Aus Seife kommt keine Musik. Nicht mal, wenn Obi-Wan auf der Packung ist.

Nun dachte ich eigentlich, die Zeiten der dummen, klagefreudigen Amis seien vorbei, wo Firmen auf heißen Kaffee "Vorsicht, heiß!" und auf Päckchen Erdnüsse "kann Erdnüsse enthalten" schreiben mußten.

Da lag ich wohl falsch.

Wer sich den Schmarrn nochmal selbst anschauen will: https://www.youtube.com/watch?v=wDvRhWKTJiU&t=13s

Dienstag, 28. April 2020

Tach auch!

Mein letzter Post ist sage und tippe schon fast ein halbes Jahr her, und ich habe bereits mit dem Gedanken gespielt, diesen Blog sanft entschlummern zu lassen. 12 Jahre sind eine lange Zeit, und ich hatte das Gefühl, zuletzt nur noch Rants abzusondern.
Ich hätte zwar das ein oder andere Mal noch Lust gehabt, den ein oder anderen Kommentar in die Welt zu blasen (ein paar lose Enden baumeln noch auf der Agenda), aber irgendwie überrollt einen das Zeitgeschehen, und am Ende hat ein anderer dasselbe schon gesagt, oder besser, oder überhaupt.

Aber was uns heute ins Haus geflattert ist, läßt mir dann doch eine Hasskappe wachsen.
Die süßeste Tochter hat heute Post von - haltet euch fest - der Bundeswehr bekommen. Genauer: Vom Personalmanagement der Bundeswehr.

Die Postkarte ist eine Aneinanderreihung von Unverschämtheiten, dass ich im Strahl kotzen könnte.
Nicht nur, dass die Vorderseite einen Namensaufnäher mit meinem Nachnamen auf Tarnhintergrund darstellt, was wohl suggerieren soll, dass irgendein perverser Personal-Sesselfurzer es bereits als gesetzt betrachtet, dass meine minderjährige Tochter demnächst im Kampfanzug durch die Scheiße robbt.

Überschrieben ist das Ganze mit "Wir kämpfen gegen Corona". Ach ja? Erschießt ihr die Viren mit dem Flitzebogen, oder was?
Das einzige, wogegen ihr kämpft, ist doch die verdiente Bedeutungslosigkeit. All die verzweifelten Versuche, Deutschland wieder zu militarisieren und die unzähligen Werbekampagnen lassen doch nur eins zu Tage treten: Der Großteil der deutschen Bevölkerung und insbesondere die jungen Leute haben kaum noch ein Interesse daran, sich ihre Ärsche für irgendeine pathetische Kackscheiße wegschießen zu lassen. Und Recht so!

Zurück zur Werbepost. Die Corona-Pandemie auf billigste Weise für eigene "Mitgliederwerbung" bzw "recruitment" zu instrumentalisieren, ist so geschmacklos, das haben bisher nicht mal die Zeugen Jehovas oder die GEZ gebracht.

Als nächstes kommt natürlich das Zuckerl von wegen "guck mal, auch die Bundeswehr(krankenhäuser?) helfen der Bevölkerung bei Corona".
Ja natürlich tun sie das, verdammt! Schließlich finanziert "die Bevölkerung" den Laden zu 100%, und Kriegsverletzte gibt es ja gerade (hallelujah!) nicht zu versorgen.
Aber die Existenz dieser Krankenhäuser und all das andere Greenwashing täuscht doch keinen mehr drüber weg, dass eine Armee mit Gewehren, Panzern und Kampfflugzeugen nicht den primären Zweck verfolgt, Kranke zu heilen und Brunnen zu bauen.

Nach dem kurz gefassten Aufruf, sich weiter über den Wehrdienst zu informieren, folgt die Nennung der Webseite, die sich leicht verfremdet so liest: bundesw€hrk@rriere.de/VIP/.. gefolgt vom Namen meiner Tochter. Die nächste plumpe Anmache aus der Kategorie "Hat es weh getan, als du vom Himmel gefallen bist?". Wie schlecht kann es noch werden? Glaubt in eurem Laden echt einer, ihr müßt nur ein "VIP" in die Webadresse basteln, und schon können diese selbstverliebten Teenies gar nicht anders, als sich einen Job in der Bundeswehr herbeizusehnen?

Der letzte Klopper verbirgt sich dann im "Datenschutzhinweis", der wohlweislich und ungeheuer seriös in Mini-Miemelschrift gehalten ist, bei der sogar ein Adlerauge wie ich eine Lupe brauchte.
Nachdem ich mich bereits gefragt hatte, wie die BW an den vollen Namen (incl ungenutzter Zweitnamen) meiner Tochter kommt, um diesen dann samt Anschrift an die "Dialogpost" der Deutschen Post weiterzureichen, steht da die Auflösung. Gemäß Bundesmeldegesetz hätte meine Tochter einer Datenübermittlung laut Soldatengesetz nicht widersprochen. Daher senden die Meldebehörden regelmäßig Daten demnächst volljährig werdender Jugendlicher an die BW zum Zwecke des Versands von Infomaterial. So steht's da, leicht verkürzt.

Mal unabhängig davon, dass sich das in meinen Augen irgendwie mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung beißt: Hier argumentiert eine Bundesbehörde damit, dass eine Minderjährige, die in ihrem Leben noch nie von einem Soldatengesetz gehört geschweige denn sich damit auseinander gesetzt hat, Einspruch gegen eine Weitergabe Ihrer Daten hätte erheben sollen, mit der sie nie im Leben gerechnet hätte.

Selbst, wenn ich die Verantwortung auf mich umlege: Bin ich als Verbraucher bzw Bundesbürger tatsächlich dazu aufgefordert, über sämtliche Gesetze und Regelungen Bescheid zu wissen, die z.B. mit einer Weitergabe meiner Daten einher gehen und gegen die ich daher Einspruch erheben müßte, wenn ich denn wollte? Was für eine Art von umgekehrter Rechtsauffassung ist das denn? Soll nun jeder Bundesbürger höchstselbst bei jeder möglichen Bundesbehörde, die eventuell über seine Daten verfügt, auf Verdacht Einspruch gegen eine möglichen Weitergabe dieser Daten einlegen?
Müßte nicht eher eine Behörde zuerst mich fragen, bevor sie meine Daten weitergibt, speziell zu Werbezwecken?

Die im Datenschutzhinweis aufgeführte Norm im Bundesmeldegesetz gibt überraschenderweise darauf sogar Antwort: "Die betroffene Person ist auf ihr Widerspruchsrecht bei der Anmeldung und spätestens im Oktober eines jeden Jahres durch ortsübliche Bekanntmachung hinzuweisen."
Leider etwas schwammig. Welche "Anmeldung" ist da gemeint, etwa die kurz nach der Geburt? Und was ist eine "ortsübliche Bekanntmachung"? Wird das in Bayern auf Weißwurst-Verpackungen gedruckt?
Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass ich, meine Tochter oder irgendjemand, den ich kenne, von der Meldebehörde zu irgendeinem Zeitpunkt über ein solches Einspruchsrecht informiert worden wäre.

In einer Zeit, in der es wie kaum zuvor zu Tage tritt, welche Berufsgruppen für Wohl und Wehe der Bevölkerung relevant und wichtig sind und welche nicht, flattert nicht etwa Werbung für eine Karriere in einem Pflegeberuf oder in der Wissenschaft in Haus, sondern von der fucking Bundeswehr.
Vor nicht allzu langer Zeit fragte jemand im Fernsehen, warum es angesichts des Fachkräftemangels in der Pflege nicht auch mal Plakatkampagnen vom Gesundheitsministerium diesbzgl. gäbe. Dem kann ich mich nur anschließen.
Stattdessen werden immer weiter endlos Steuergelder für die Bauernfängerei der Bundeswehr rausgeblasen, um mit ihrem Blendwerk Kinder für den "Dienst an der Waffe" zu gewinnen.

Herzlichen Dank, kein Interesse. Oder, um es mit Reinhard Mey zu sagen: " Nein, meine Tochter geb' ich nicht!"



Mittwoch, 12. September 2018

Übrigens...

..ist es nicht unbedingt von Vorteil, wenn Schußwaffenhersteller einen als Zielgruppe betrachten.

Sonntag, 20. August 2017

Schlemmern ohne Reue

Endlich sind sie da: Vegane Kondome!

Darauf hat die Welt gewartet.

Wenn ihr also mal nichts zu essen in Hause habt - kein Problem. Einfach eine Packung Lümmeltüten aufreißen und entspannt genießen. Mmmh - lecker!

Dazu passt: Ein feinherbes Gläschen "Butzwasser".

Demnächst: Leckere Kondomrezepte auf chefkoch.de.

Donnerstag, 17. August 2017

Lob des Kapitalismus

Ich hab gerade zwei Werbespots gesehen, die mir auf unterschiedliche Weise Tränen in die Augen treiben.

Der erste war von Focus Online und geht in etwa so: FO sendet eine Panik-Mitteilung an seine Nutzer, dass es eine große "Cyber-Attacke" gibt. Die Nutzer schalten ihre Geräte ab und bekommen kurz darauf eine Meldung von FO, dass der Virus-Angriff "verpufft" sei, weil so viele Nutzer rechtzeitig abgeschaltet hätten, FO sei Dank.

Nun traue ich den Focus-Machern ohnehin keine größeren Geistesleistungen zu, aber dieser Spot ist so bekloppt, dass es weh tut. Ob den Machern klar ist, dass "Angriffe" mit "Viren" nicht ablaufen wie eine Attacke der leichten Kavallerie? Und dass solche "Angriffe", um erfolgreich zu sein, in der Regel eine Mitwirkung der User erfordern, für die "online sein" lediglich eine Grundvoraussetzung ist?
Der Logikfehler, dass man, um die zweite, "erlösende" Mitteilung zu erhalten, wieder online gehen muss, ohne jedoch zu wissen, ob der Angriff dann vorbei ist (um im hanebüchenen Kontext des Spots zu bleiben), ist da schon zweirangig. Ebenso, dass - um im Bild einer "Attacke" zu bleiben - man für das Fabrizieren und Lesen einer solchen Mitteilung länger bräuchte, als ein Virus benötigt, um sich durchs Netz zu bewegen.

Aber wie gesagt: Ein Computervirus ist kein bissiger Jagdhund, der auf der Suche nach Beute durchs Internet rennt und der an einem vorbeirennt, wenn man sich rechtzeitig versteckt. Das aber suggeriert der Spot.
Halten die ihre Leser echt für so dämlich?

Der zweite Spot kam  von "so-möchte-ich-arbeiten.de", einer Initiative des Bayerischer Unternehmensverbands Metall und Elektro e. V..
Dieser Verein ist offenbar ein reines Lobby-Konstrukt der bayrischen Wirtschaft. Da taucht dann bei mir schon die erste Frage auf : Wieso macht ein bayrischer Interessenverband gesamtdeutsche Politik?
Denn in der Initiative geht es um die weitere "Flexibilisierung der Arbeitszeiten", weil wir ja in Deutschland den neusten Entwicklungen völlig hinterherhinken und - wie üblich in den Argumentationsketten - Arbeitsplätze gefährdet sind, wenn wir nicht schnell was gegen die "starren" Regeln machen.

Nochmal zum Mitschreiben: In jahrzehntelangen Arbeitskämpfen erstrittene Errungenschaften, von denen die Mehrheit der deutschen Arbeiterschaft profitiert, sollen weggeputzt werden, weil die geldscheffelnden Unternehmen im scheißreichen, deregulierten Deutschland noch mehr Knete machen wollen, von der aber wie gehabt bei "Arbeitnehmer" nichts ankommen soll? Und das in einer Zeit, in der wir aufgrund der fortschreitenden Automatisierung eigentlich über verringerte Arbeitszeiten reden sollten (bei gleichem Gehalt, natürlich) - zumindest hatte man uns das vor 50, 60 Jahren mal so prophezeit.

Auf deren Webseite werden denn auch unterschiedlichste Berufsgruppen vorgestellt, die allerschwerstens unter den Arbeitszeitregelungen leiden. Unter anderen die darbende Callcenterbranche - und da kann dann ich auch ein Wörtchen mitreden.
Perfiderweise wird hier aus Sicht der Arbeitnehmer argumentiert, die sich angeblich viel mehr Flexibilität wünschen. Man wolle weg von der tageweisen Betrachtung der Arbeitszeit zu einer Wochenbetrachtung (ohne jemals konkret zu sagen, was das konkret bedeuten soll), unter Beibehaltung des Arbeitszeitvolumens.

Dazu kann ich als Dienstplaner mal folgendes sagen: Die gesetzlichen Einschränkungen, denen die "Callcenter-Branche" entsprechen im Grunde den Minimal-Anforderungen des deutschen Arbeitszeitgesetzes: Tägliche Arbeitszeit von maximal 10 Stunden, einer Ruhezeit zwischen zwei Schichten von minimal 11 Stunden und entsprechenden Pausen. Sonntagsarbeit ist verboten, es sei denn, es geht um einen Notdienst.

Was soll daran noch herunterreguliert werden, wovon ein Arbeitnehmer auch noch profitieren soll? In einer Branche, in der ohnehin die Gehälter besch...en sind und die Mitarbeiter ein hohes Stress-Level ertragen müssen?

Ich kann mir nur zwei Gründe vorstellen, aus denen hier geschraubt werden soll.
Erster und vermutlich wichtigster Grund: Man will das Sonntagsarbeitsverbot kippen, ohne für Sonntagsarbeit Zuschläge zahlen zu müssen. (s. dazu auch dieser Artikel vom Tagesspiegel)
Zweiter Grund: Man will Mitarbeiter häppchenweise beschäftigen, also hier mal zwei Stunden, da mal drei, je nachdem, wie die Anrufpeaks aussehen. Das ist allerdings bis zu einem gewissen Grad bereits heute möglich, unter Zustimmung des Arbeitnehmers.

Auf der Webseite der Initiative kommt dann auch der Präsident des Callcenterverbands zu Wort, der es sich nicht nehmen läßt, erstmal davon zu schwärmen, was  das Callcentergewerbe in Deutschland und Bayern nicht für eine große und tolle Branche ist. Was er wohl nicht bedenkt: Damit impliziert er, dass die Branche bereits jetzt schon sehr erfolgreich Geld verdient - wohlgemerkt nicht die in der Branche Beschäftigten.

Was auch unerwähnt bleibt: Viele Unternehmen experimentieren in unterschiedlicher Weise und mit wechselndem Erfolg mit der Verlagerung ihrer Callcenter-Aktivitäten in den ehemaligen Ostblock oder auch gleich nach Indien, je nachdem, welche Sprachkompetenzen gefordert sind. Einziger Grund: Die Arbeit ist dort billiger. Daran würde auch eine Aufweichung des grundgesetzlich geschützten Sonntags hierzulande nichts ändern.

In welcher Weise die "Arbeitnehmer" von der gebetsmühlenartig geforderten "Flexibilität"  konkret profitieren sollen, darüber schweigt man sich bei der Initiative aus.
Zu den Beispielen aus den anderen Branchen kann ich wenig sagen bzw hab sie mir auch nicht angeschaut, vermute aber mal, dass Stoßrichtung und Argumentation sich jeweils ähneln.

In seiner Perfidität ein widerwärtiges Machwerk im Dienste der Profitgier der deutschen Wirtschaft.

Sonntag, 24. April 2016

Fundstücke

Habe gerade die neue Werbepausen-Einleitung von Radeberger gesehen. Da heißt es zu Beginn des Mini-Spots: "So, kleine Pause für die Darsteller".

Jede Wette, dass jetzt irgendwo in Deutschland ein paar Hohlbrote auf der Couch sitzen und denken: "Das ist aber nett von Radeberger, dass die auch mal an die Schauspieler denken, so 'n Schauspieler muss ja bestimmt auch mal aufs Klo zwischendurch."

Wetten?

Montag, 21. März 2016

Kurzer commercial break


Sonntag, 8. November 2015

Uschis Roughnecks

Wißt ihr, an was mich die neueste Werbecampagne der Bundeswehr spontan erinnert hat? An die Military-Werbeclips aus "Starship Troopers".



Als ich dann auch noch den dazugehörigen Internetauftritt gesehen habe, konnte ich nicht mehr an einen Zufall glauben. Auffällig ist allerdings, wie blütenrein-weichgespült die vorgestellten Berufsbilder sind


Was lag da näher, als die hübschen, neuen Slogans* mit den dazu passenden Bildern zu kombinieren?


PS: Bei dem Spruch kann man einfach nicht widerstehen, ihn nochmal gesondert zu würdigen:


*) Die abgebildeten Slogans sind 1:1 der aktuellen PR-Kampagne entnommen.

Montag, 21. September 2015

Fundstücke des Monats

Schöne Hipster-Werbe-Parodie

Schönes Testimonial
Schöner Vorgucker, froi!!

Donnerstag, 20. November 2014

"Sie leben", reloaded by Otto


Der neue Vorweihnachts-Werbespot des Otto-Versands räumt mit (fast) allem auf, was Weihnachten im allgemeinen an Botschaften und Klischees zu bieten hat. Seien es nun tradierte Werte oder der zuckersüße Weihnachtskitsch, der so in den letzten über den großen Teich geschwappt ist.



Nächstenliebe, Familiensinn, Besinnlichkeit - nach dem Vorbild von Otto alles kalter Kaffee.

Die Story: Vater bastelt seinem von Schiffen fasziniertem Sohn ein Schiff aus Holz, scheitert possierlich, aber tragisch an der Herausforderung, halbfertiges Schiffsmodell wandert in den Müll, Sohn packt stattdessen jubelierend eine bei Otto bestellte Playstation aus. End Title: "Weihnachtswunder"

Die Botschaft: Scheiß' auf "mit Liebe und den eigenen, kleinen Händen gebastelt". Scheiß' auf "etwas Persönliches und von Herzen schenken". Scheiß' auf Vater-Sohn-Momente, scheiß' auf politisch korrekten Bescheidenheits-Kitsch, scheiß' auf den "Geist der Weihnacht". KONSUMIERE!!!

Nicht nur, dass der Anfang des Spots (die Faszination des Jungen für Schiffe) mit dem Ende (PS4) überhaupt nichts mehr zu tun hat. Es hätte x verschiedene Auflösungen der Geschichte gegeben, die weihnachts-kompatibler gewesen wären und die Otto trotzdem gut zu Gesicht gestanden hätten.
Nein, die verdammte PS4, die der kleine Scheißer da auspackt, kostet rund 400 Euro. Und sie ist bei weitem nicht das einzige Geschenk, da liegen noch 'zig weitere drum herum.

Was daran schlußendlich das "Weihnachtswunder" sein soll, muss mir Otto mal erklären. Für mich ist der Spot ein trauriger Abklatsch von Weihnachten, mehr nicht.

Wie wär's beim nächsten Mal ein paar Nummern kleiner? Könnt ja jetzt ein ganzes Jahr lang drüber nachdenken. Hier ein bißchen Inspiration:



Freitag, 7. November 2014

Splitter

Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir uns vor einigen Jahren immer drüber lustig gemacht haben, dass soundsoviel Prozent der Amis ihr Land nicht auf dem Globus finden.
Wenn ich mir so die Interviews in TV Total anschaue, muss ich leider sagen: "Welcome to America".
Ja, klar ist das Fernsehen, und wenn sie Nobelpreisträger befragen würden, wär es nicht so zum Facialpalmieren.
Aber wenn ein Kunde aus allen Wolken fällt, wenn man ihm eröffnet, dass Unfallversicherungen, die ja nicht ohne Grund so heißen, tatsächlich nur bei Unfällen leisten, dann frag ich mich schon, was da schiefgelaufen ist.
Anderes Beispiel: Auf meinem Weg zur Arbeit passiere ich täglich ein Stück Straße, wo auf ca. 25 Metern die Straßenmarkierung fehlt. Eine breite, sehr breite, gerade, dreispurige Straße, mitten in der Stadt. Poplige 25 Meter, davor und danach ist mit den Strichelchen alles in Ordnung.
Trotzdem seh ich täglich Leute, die scheinbar völlig überfordert sind, kreuz und quer fahren und die Straße plötzlich zweispurig befahren, um dann wilde Bremsmanöver zu veranstalten, wenn die dreispurige Linierung wieder einsetzt.
Und ich frage mich jedes Mal, was so schwer daran sein kann, für die paar Sekunden die Spur zu halten. Ob das am Ende alles Hiphop-Fans sind?


Unheilig hat schon wieder einen neuen Song draußen, der nächste Hit auf der Bestatter-Hitparade.
Klingt wieder genauso wie alle seine anderen pathostriefenden Abschiedslieder. Texte, Musik - alles dieselbe Soße.
Kann ja sein, dass man nach ein paar Jahren das brotlose Dasein in der Elektro/Gothic-Nische satt hat und endlich mal ein bißchen Geld machen will.
Aber muss man sich dafür selbst zum Begräbnis-DJ machen? Zum Dieter Bohlen der Krematorien?
Ist sicher lukrativ, gestorben wird ja immer. Da klingeln die GEMA-Kassen. Aber deswegen auf  jegliche Glaubwürdigkeit als ernsthafter Musiker verzichten?


Unsere Bundeswehrmacht, allen Skandälchen zum Trotz bzw. eher deswegen, unverdrossen Werbung für sich, um nach dem Willen von Politik und Wirtschaft jungen Menschen zu einem Heldenbegräbnis zu verhelfen.
Der neueste Fernseh-Spot zeigt eine junge Frau, die am deutschen Meeresstrand steht und irgendwas von der Rettung der Deiche und einem dankbaren Bürger faselt.
Was stimmt an diesem Bild nicht?
Antwort: Die erste und glaube ich einzige Gelegenheit, bei der die BW bei der Rettung von Deichen an der Küste geholfen hat, war 1962 anläßlich der Sturmflut an der Nordseeküste. Da war die junge Dame aber noch nicht geboren.
Frauen durften auch erst ab 1975 in die BW, und auch das nur als Sani. Sandsäcke schleppen dürfen sie im Prinzip erst seit 2001.
Die Soldatin, die sich gerade von der Marketing-Bataillon der BW durch alle PR-Instanzen schleifen läßt, erklärt das dann im Interview so, dass sie an der Küste stationiert ist und 2013 beim Elbehochwasser Sandsäcke gestapelt hat. Genauer gesagt liest sich ihre damalige Tätigkeit so: "Sandsäcke befühlen, stapeln, essen, schlafen."
Ja, da steht wirklich befühlen.
Auch der Rest des Satzes ist von der Syntax her eher ein Griff ins Klo. Kleine Frage am Rande: Wie schmeckt denn so ein Sandsack?
Einmal mit Profis arbeiten...


Fundstück (Quelle: klack.de)
Bin mir nicht ganz sicher, ob das das richtige Bild zum Film ist... das links im Bild ist wohl auch definitiv nicht Kim Basinger... vielleicht meinten die ja "anlegt"?