Mittwoch, 25. Februar 2009

Fundstück der Woche

Good news

In den letzten 2 Wochen habe ich fünf Dinge getan, mit denen ich mich selbst überrascht habe. Zumindest ein bißchen.

1) Ich habe meinen ersten Hackbraten fabriziert. (ca. 7 Euro)
2) Ich bin Mitglied in einem Fitnessstudio geworden. (16,90 Euro)
3) Ich habe einem Obdachlosen eine Tüte Lebensmittel gekauft. (ca. 15 Euro)
4) Ich habe ein Hörbuch bis zum Schluß durchgehört. (0,20 Euro)
5) Ich habe (beinahe) als Pirat verkleidet eine Faschingspolonaise angeführt. (priceless)

Montag, 23. Februar 2009

Der abgeschlossene Kurzroman

Es war ein ganz normaler Morgen. Vielleicht, aber nur vielleicht schien die Sonne heute etwas heller als sonst. Vielleicht hatte der Kaffee heute tatsächlich diese leichte Essignote, aber das konnte auch am Entkalker liegen.
Trotzdem, alles schien normal. So normal, wie ein Wintermorgen in München eben sein kann. Ein entbehrungsreicher Tag lag vor mir. Die Welt war meine Auster.
Bis zu dem Moment, in dem ich die Haustür öffnete...

Samstag, 21. Februar 2009

Goodbye, Frosty

Heute ist mir klar geworden, daß der Bau eines klassischen Schneemanns einen aussterbenden Zeitvertreib darstellt. Zumindest im urbanen Umfeld, was mir vor allem im Interesse unseres Nachwuchses schon ein Wehmutstränchen ins Auge treibt.

Wenn ich früher einen Schneemann bauen wollte, bin ich einfach raus gegangen und hab mich ans Werk gemacht. Ich habe Kohlestückchen und eine Karotte aus dem Keller geholt, außerdem den Reisigbesen und einen alten Topf. Das klassische "Build-your-own-Snowman-do it yourself"-Set eben. Platz zum Kugelnrollen gab es genug.

Und heute? Im größten Dorf muß ich froh sein, überhaupt ein Fleckchen zu finden, wo ich Frosty platzieren kann, ohne gleichzeitig einen Parkplatz zu blockieren oder einen schlecht gelaunten Hausmeister in Rage zu versetzen. Abgesehen davon ist es beinah völlig unmöglich, ein paar Quadratmeter unberührten Schnees zu finden, der sich zu ein paar mittelgroßen Kugeln verarbeiten läßt. Falls doch, muß man sehr, sehr vorsichtig vorgehen und die Kugeln anschließend von allerlei unansehnlichen Einschlüssen in Form von Hundescheiße, Rollsplit und leeren McDonalds-Packungen befreien. Kleine Überraschungen, die sich gern unter der Schneedecke verborgen halten und mit denen man leider rechnen muß.

Für den unwahrscheinlichen Fall, daß man tatsächlich genug sauberen Schnee zusammenkratzen konnte, tut man sich anschließend schwer, die traditionellen Requisiten für einen ordentlichen Norm-Schneemann zusammen zu tragen. Kohle, Besen, alte Töpfe und Eimer? Fehlanzeige. Für sowas ist in der Stahlbeton-Wohnwabe des Stadtbewohners weder Bedarf noch Platz.
Einzig bei der Karotte ist der urbane Mensch im Vorteil. Wenn ich will, kann ich meinen Schneemann sogar mit einer violetten Import-Karotte aus der Mandschurei bestücken.
Den Rest muß ich mir dann ersatzweise aus Steinen und Stöckchen zusammenbasteln. Und selbst die sind mitten in der Stadt Mangelware, wenn man sich nicht gezwungenermaßen an den städtischen Grünanlagen schadlos halten möchte.
Großartig. Keine vernünftigen Augen, ein provisorischer Mund, das ganze Erscheinungsbild nicht authentisch, aber eine sauteure Nase. Da kann ich mir gleich einen Papp-Aufsteller von Donatella Versace in den Vorgarten stellen.

Wieder ein Grund mehr, endlich aufs Land zu ziehen.

Freitag, 20. Februar 2009

Akte X - file closed

Nachfolgend findet der Leser einen Beitrag, den ich, inspiriert durch eine aktuelle Zeitungsmeldung von heute morgen, im Laufe des Tages verfasst habe.

"Wenn man in München lebt, kommt man früher oder später mit einem Phänomen in Kontakt, das einem Zugereisten ebenso unerklärlich wie banal erscheint. Das Phänomen heißt Michi Beck.

Nie gehört? Ist das nicht der von den "Fanta 4"?

Nö. Isser nicht. Der Michi Beck, der hier in regelmäßigen Abständen durch die Lokalpresse geistert, ist ein ehemaliger Promi-Kneipenwirt, den außerhalb Münchens kaum ein Aas kennt. Irgendwann mußte sich der Mann mal aus den Staub machen, warum, weiß ich nicht so genau. Ich glaube, es ging um unbezahlte Steuern, man redet in dem Zusammenhang ja gern euphemistisch von "Unregelmäßigkeiten". Tut letztendlich auch nix zur Sache.

Ich persönlich kenne niemanden, der weiß, wer Michi Beck eigentlich ist und was er getan hat, um regelmäßig eine derartige Aufmerksamkeit zu verdienen. Es will mir auch nicht so recht in den Kopf, wer in Deutschland überhaupt Interesse an einem zwielichtigen Ex-Kneipier haben könnte, der seit Jahren auf den Philippinen lebt. Vermutlich allenfalls eine Handvoll Leute, Freunde, Bekannte, Verwandte. Die breite Masse eher nicht.

Und jetzt kommt's: Trotzdem nerven uns die Gazetten des größten Dorfes in regelmäßigen Abständen mit grellen Sensationsmeldungen aus dem Leben dieses Nicht-Prominenten, als wär er der Erfinder des Maßkrugs. Meist in riesigen Lettern auf der Titelseite, oft begleitet von unscharfen Fotos, die einen übergewichtigen Mann zeigen. Dabei sind, auch in Anbetracht der gesellschaftlichen Relevanz der Person Beck, die vermeldeten Infos zumeist derartig belanglos, daß ich mich frage, ob tatsächlich jemand die Zeitung nur deswegen kauft, weil die darin enthaltenen Fotos den Herrn Beck beim Verzehr eines Mettbrötchens oder beim Blumengießen zeigen."

Nun meldet die Süddeutsche gerade, daß Michi Beck an den Folgen eines Selbstmordversuchs verstorben ist. Und auf diese Weise obigen Beitrag einen äußerst schalen Beigeschmack verleiht.
So kann's kommen.

Bleibt nur noch abzuwarten, für wie viele posthume Titelseiten der Verstorbene wohl noch herhalten muß.

Mittwoch, 18. Februar 2009

München - ein Wintermärchen

Das kleinste Dorf liegt im Würgegriff eines furchtbaren Feindes. Eines Feindes, der keine Gnade kennt, der sich hartnäckig jeder Verhandlung verweigert, dem auch die GSG9 nichts mehr entgegen zu setzen hat. Die Rede ist von Schnee, Geißel des Abendlandes, eine Art Taliban in Kristallform.

Sogar an den Zeitungskästen prangte heute morgen die Horrormeldung " München lahmgelegt".
Und tatsächlich: Busse und Trambahnen fahren nicht oder nur mit Verspätung (obwohl die Straßen weitgehend geräumt sind). Bürgersteige sind weder geräumt noch vernünftig gestreut und demzufolge mit 5 cm dickem Eis bedeckt, das früher mal lockerer Schnee war. Täglich steigen die Statistiken derer, denen es sturzbedingt Teile des Endoskeletts zerbröselt hat.

Und warum das alles? Wegen geschätzten 30 cm Schnee. Gefallen innerhalb mehrerer Tage, nicht am Stück. Da darf eine Stadt wie München mit 400 Festangestellten bei der Straßenreinigung schon mal in Panik verfallen.

Wer hätte auch ahnen können, daß es im Winter in Bayern schneit?

Ein Grund mehr, warum Bayern dem global warming mit freudiger Erwartung entgegen sieht. München erwägt wohl bereits die Ansiedlung einiger Rinderherden im Englischen Garten. Weiteren Gerüchten zufolge wurde OB Ude gesichtet, wie er heimlich hinter dem Rathaus alte Kühlschränke verbrannt hat...

Freitag, 13. Februar 2009

In eigener Sache

Hier mal ein Beispiel für die schizophrenen Spielregeln des Internets im allgemeinen und von Suchmaschinen im besonderen:

Macht Euch doch bitte mal die Mühe und gebt bei google "autschen" als Suchbegriff ein.

Und? Staunen? Genau: dieser Blog steht an zweiter Stelle der Suchergebnisse, und zwar nur wegen dieses Mini-Beitrags, der - ganz im Ernst - kaum der Rede wert ist.

Ich kann nicht mal richtig stolz sein, schließlich hab ich zu diesem Ergebnis gar nix beigetragen. Nicht mal eine Rezension der DVD. Zumindest diese werde ich demnächst mal nachliefern, damit die Armen, die sich auf der Suche nach Maulwurf & Co. auf diesen Blog verirren, tatsächlich auch etwas substantielleres vorfinden als den bisherigen kurzen Verweis.

Für den Moment möchte ich zumindest mal die Webseite des Maulwurf-Schöpfers Rene Marik verlinken: www.renemarik.de. Dort, und nur dort, gibt es die wirklichen Infos und außerdem auch sämtliche Autschen-Artikel käuflich zu erwerben. Wer noch mehr möchte, wird hier fündig: www.myspace.com/rene_marik.

Und nein, ich bin mit Rene weder verwandt noch verschwägert oder verdiene irgendwas an dem Link. Wär aber auch zu lächerlich.

Donnerstag, 12. Februar 2009

Vanish dish nish hätte...

Ich weiß auch nicht, wieso ich sowas überhaupt mache, aber ich habe mir mal wieder einen Werbespot näher angesehen. Diesmal: Vanish Oxi Power Pulver.

Die Story: Eine weiß gekleidete Tussi steht im komplett weißen Wohnzimmer ihrer auch sonst kokainfarbenen Wohnung und ruft panisch ihre Mami an, weil sie soeben unfreiwillig ein Glas Rotwein auf ihren weißen Teppich appliziert hat. Mutti kramt aus ihrem unerschöpflichen Fundus hausfraulicher Weisheiten einen heißen Tip hervor, wie man die malträtierte Auslegware wieder in den Normzustand versetzen könnte ("Mit Waschpulver!" - häh?). Plötzlich springt eine Vanish-Werbe-Else ins Bild und drängelt Schneeweißchen erstmal ein Päckchen von der magischen Chemiekeule auf. Diese findet es scheinbar ganz normal, daß in ihrem Wohnzimmer wildfremde Leute aus den Ecken hüpfen und staunt ein bißchen dumpf in der Gegend herum. Die Werbeelse entfernt jetzt in Handumdrehen nicht nur den Rotweinfleck, sondern auch noch ein paar kohlrabenschwarze Fußstapfen, die vorher gar nicht da waren. Vermutlich ist gerade eben noch ein unsichtbarer Schornsteinfeger durchs Wohnzimmer marschiert.
So schnell, wie die abgehärmte Werbetante aufgetaucht ist, ist sie auch wieder verschwunden. Zurück bleibt Schneeweißchen, die nun wieder in ihrem blitzsauberen Grönlandsimulator steht und glücklich ins Telefon jauchzt, denn Mutti hat natürlich am andern Ende alles mitgehört und ist auch total glücklich. Ende.

Eigentlich könnte ich es hiermit gut sein lassen, denn der Blödsinn springt einen ja förmlich an.

Nicht nur, daß jemand, der seine Wohnung wie ein Camouflage-Trainingsgelände für Schneehühner einrichtet, es verdient, daß eine Europalette Rahmspinat in seinem Wohnzimmer explodiert. Wenn aber derselbe jemand es aber nicht mal ansatzweise seltsam findet, daß sich plötzlich ein lebensgroßer Werbekobold mitten im Wohnzimmer materialisiert, in Sekundenschnelle die Hütte putzt und wieder verschwindet, dann ahnt man schon was. Nämlich, daß das liebe Schneeweißchen wohl daran gewöhnt ist, öfter mal Dinge zu sehen, die gar nicht da sind. D.h., daß entweder der verschüttete Rotwein sein langem der erste Alk war, der woanders gelandet ist als in Schneeweißchens dürrem Hals, oder daß die schönen weißen Wände vermutlich aus formschönem Schaumgummi bestehen. Ist hier der Schmutz vielleicht nicht das einzige, was sich hier allmählich verabschiedet bzw. vanishes?

Glauben die verantwortlichen Werbefuzzis eigentlich wirklich, daß eine Hausfrau nichts mehr in hemmungslose Ekstase versetzt wie eine aseptisches Zuhause, irgendwo zwischen Schöner-Wohnen-Yetiversteck und Barbie-Traumhaus?

Mittwoch, 11. Februar 2009

Peter Serafinowicz

Das es auf der Insel vor begnadeten Komikern nur so wimmelt, ist ja eine recht bekannte Tatsache. Vermutlich ist der Hang zum schrägen Humor bei den Engländern schon genetisch verankert, denn ohne einen solchen dürfte es unmöglich sein, die englische Küche und das Seeklima dauerhaft zu ertragen. Letztere sind vermutlich auch die Gründe, warum die Briten jahrhundertelang in die Ferne gesegelt sind, um an allen Enden der Welt Kolonien zu gründen. Denn überall anders waren Wetter und Verpflegung besser als zuhause. Eine englische Dorothy hätte vermutlich bei dem für sie eher unangenehmen Gedanken "There's no place like home!" ihre roten Schuhe unangetastet in Brand gesteckt.

Aber zurück zum berühmt-berüchtigten englischen Humor. Mit dem können Deutsche in der Regel wenig anfangen. Einzig Mr Bean alias Rowan Atkinson hat es hierzulande zu einer gewissen Berühmtheit samt Fangemeinde gebracht. Und natürlich "Dinner for One". Sogar mit dem Humor von Monty Python, die man in Deutschland ja auch recht gut kennt, können außerhalb der Studentenszene nur die wenigsten wirklich etwas anfangen. Serien wie "Coupling" ind "The Office" laufen bei uns nur schlecht, auf abseitigen Sendeplätzen oder im Pay-TV. Warum weiß ich natürlich auch nicht, ein Grund könnte natürlich die Synchronisation sein, die den englischen Humor einfach nicht zu gut genug transportieren vermag.
Eine andere Erklärung wäre: Deutsche und Briten lachen eben nicht unbedingt über dieselben Sachen. Deutsche sind zwar bei weitem nicht so humorlos wie ihr Klischee, aber doch recht speziell und konservativ. Neue Humorformate wie Sitcoms, Late Night Comedy oder Anarcho-Comedy wie "Comedystreet" etc. haben es speziell bei der älteren Generation schwer. Stand-up funktioniert bei uns auch nur, weil wir ähnliches aus Büttenreden bzw. von Otto oder Fips Asmussen kennen.

Wozu also der Exkurs? Weil ich an der Tastatur den Laber-Flash auslebe, den ich im täglichen Leben gern andern überlasse?
Vielleicht. Auf jeden Fall will ich damit zu einem Komiker überleiten, der in Deutschland in etwa so bekannt ist wie der Big Mäc in Indien. Nachfolgend ein paar Beispiele seines respektablen Schaffens, die ich beim Rumstöbern auf youtube gefunden habe. Enjoy!







Samstag, 7. Februar 2009

Nervensägen-TV

Manchmal frage ich mich, was diese traurigen C-Promi-Knallchargen für Knebelverträge unterschreiben müssen. Denn wenn man einmal bei Pro7, Sat1 oder RTL für eine Show seinen Körper und scheinbar auch seine Seele verkauft hat, ist man als ewiger Wiedergänger gezwungen, seine Rübe für jeden Mist in die Kamera zu halten, den der "Haussender" einem vorsetzt.
Dabei gehört es noch zu den angenehmeren Dingen, in irgendeiner Chart-Show zum Thema "Die 100 lustigsten Flugzeugabstürze" gelangweilt auf einen Couch rumzulümmeln und Gummibärchen zu verspachteln. Manche dürfen auch in einem Boulevardmagazin ihre Meinung zur aktuellen Weltpolitik zum besten geben. Obwohl sich mir meist nicht so ganz der Sinn dahinter erschließt, wenn z.B. jemand wie Gülcan Fragen zum Nahostkonflikt gestellt bekommt. Offenbar sitzen ein paar der Knebel auch bei den Sendern, die sich vermutlich verpflichtet haben, mindestens 10 Minuten Sendezeit täglich mit den Visagen des jeweiligen hauseigenen Promisklaven zu füllen. So eine Art Onkel-Tom-Klausel.
Meinetwegen. Aber könnte man nicht einfach zwischen 2 und 6 Uhr morgens jeweils für eine halbe Stunde die entsprechenden Larven einblenden, ohne Ton, mit ganz viel Werbung zwischendurch? Wäre immer noch besser als die dämlichen Anruf-Shows, die sonst um diese Zeit laufen. Und man würde gleichzeitig den vertraglichen Verpflichtungen nachkommen, ohne die Zuschauer durch eine Überdosis Kim Fisher & Co. zu vergraulen.

Andere trifft es da schon schlimmer. So muß Jana Ina seit ihrer multimedialen Niederkunft in wechselnden Kulissen herumsitzen und ihr ansehnliches Dekollete in die Kameras halten, während um sie herum schlechte Popsänger, miese "Mentalisten" und peinliche Nobodys ihre Show abziehen. Ein wirklich hart verdientes Brot. Vor allem, wenn man bedenkt, daß Baby Bruno zu Hause sitzt und Kohldampf schiebt, während Mamas Milchbar über Deutschlands Fernsehschirme wackelt.

Und die ganz armen Würste der C-Klasse müssen bei Knochenbrecherformaten dämliche Actionspiele mitmachen, sich beim Promiboxen die operierten Gewürzprüfer demolieren lassen oder in einem Haufen Affenkot nach dem Schlüssel für die Picknickbox voller gegrillter Yakhoden wühlen. Alles nur, um aus den 15 Minuten Ruhm 20 zu machen.

Manche fangen natürlich mit den herben Sachen an und dürfen dafür nach durchlittener Selbstdemontage zur Belohnung auch mal neben Olli Geissen sitzen und senile Altrocker beim peinlichen Playback beklatschen.

Schönes Beispiel ist ja auch die Frau "IchhabnieeeeinbösesWortüberdichgesagt" Siegel, die seit ihrer unverhofften Rückkehr aus dem Dschungel nicht müde wird zu beteuern, wie toll sie sich mit allen verstanden hat, was für eine mental erfrischende Erfahrung das doch war und daß RTL ja einfach immer nur die falschen Bilder gezeigt. Böser, böser Haussender!!! Hätten doch ruhig zeigen können, wie sie den ganzen übrigen Tag Koalababys aus brennenden Häusern gerettet hat! Und das alles mit "Rücken"!

Den letzten der Kakerlakengourmets, den ich im TV bewundern durfte, war Nico Schwanz*, der folgenden grandiosen Satz so oder ähnlich in die Kamera schwafelte: "Ich habe zur Zeit keine Freundin, weil ich ja auch nie sicher sein kann, ob eine nicht nur den Ruhm oder das Geld will."

Hat da etwa jemand noch mehr Probleme mit der Wahrnehmung als Madame Siegel?

Ich würde sogar noch weiter gehen: Wenn überhaupt, dann sind die Frauen doch eh nur scharf auf seinen guten Namen. Sehr schade, daß aber z.B. eine Hochzeit mit Anne Will nie in Frage kommen wird.
Ohnehin sollte sich Mr Penis Jenensis 2.0 um andere Dinge Sorgen machen. Denn Frauen, die
miterleben durften, wie er mit fliegenverkrusteter Zunge Plastiksterne aus alten Obstkuchen gelutscht hat, dürften sich nicht gerade um Zungenspielchen mit ihm reißen...

*) nur einer von vielen Gründen, Jena zu meiden

Donnerstag, 5. Februar 2009

...und noch was

In der gleichen heute-Ausgabe wurde vermeldet, daß "wegen der Finanzkrise" die Verleihung der Goldenen Kamera quasi im stillen Kämmerlein stattgefunden hat, ohne Gala, ohne Gottschalk und ausnahmsweise auch ohne Veronica Ferres.

Nicht, daß ich solchen Events in irgendeiner Form nachtrauere, aber der Trend, uns unter dem Label "Finanzkrise" allen möglichen Unfug zu verkaufen, wird langsam besorgniserregend. Ich frage mich, was als nächstes kommt.

"Wetten, dass...!", live aus Gottschalks Garage, die Gäste sitzen auf Klappstühlen und müssen sich ein Gummibärchen teilen? Oder die neuen Shows der Privatsender "Das perfekte Tiefkühl-Dinner", sponsert by "Ja!", die Manager-Soap "Goodbye Deutschland - Die Ausplünderer" und "Einsatz in 3 Wänden - Tine Wittler verschönert Buswartehäuschen".

Schau mer mal.

RTL2 ist überall

Gerade durfte ich miterleben, wie von gerade 15 Minuten der mitternächtlichen Ausgabe von "heute" im ZDF ca ein bis ca. anderthalb Minuten geopfert wurden, um einen Beitrag über das neue Album von "Franz Ferdinand" zu featuren.

Man möchte glatt Werner zitieren: "Tut das not?"

Gab's denn da nicht etwas noch belangloseres, für das man ein paar GEZ-Groschen aus dem Fenster schmeißen konnte? Wie hätte uns die heute-Redaktion mit der Meldung verblüffen können, daß sich am 04. Februar der Todestag des großen türkischen Komponisten Janko Binenbaum zum 52. Mal jährt? Wie hätten wir erst die Korken knallen lassen, wenn wir erfahren hätten, daß am 05. Februar 2008 Pancake Day war?

Ach ja: Am 04. Februar ist Weltkrebstag.

Zumindest daraus hätte man was machen können. Aber vielleicht ist die Musik von Franz Ferdinand ja krebserregend, wer weiß...?

Dienstag, 3. Februar 2009

Competence rules - Nachschlag

Am Samstag hatten wir im übrigen Post vom FA. Nun hatten wir es schwarz auf weiß: Die Mahnung wurde storniert, ebenso die fälligen Mahngebühren von 32 Steinen. Juhu.

Wer jetzt denkt, die Sache wäre hier zu Ende, der hat - so wie auch wir - die Rechnung ohne den Finanzwirt gemacht.

Denn heute bekamen wir wieder Post vom FA. Inhalt diesmal: Die Androhung von nichts weniger als der Zwangsvollstreckung samt Lohnpfändung, Kontensperrung usw. zwecks Zahlung derselben 32 Euro, Absendedatum von gestern.

Zipfigladdscha. Allesamt.

Deutschrocker

Peter Maffay möchte ab sofort bei seinen Konzerten Gebärdendolmetscher einsetzen.
So weit, so nobel.

Ich nehme allerdings an, das geht auf eine Initiative der "Nicht-Gehörlosen Deutschlands e.V." zurück, die nicht mehr als einzige unter Maffay-Texten leiden wollten.

Wenn das Schule macht, sollten sich Gebärdendolmetscher schon mal auf den überdurchschnittlichen Gebrauch folgender Worte und Phrasen einstellen, um später Krämpfe in den Händen zu vermeiden: "Licht - Gesicht - zusammenbricht", "Vertraun - baun", "Mut - Flut - Wut", "ich muß gehn - zu dir stehn", "aufstehn - weitergehn" usw., also mithin das übliche Phrasen-Repertoire des sogenannten Deutsch-Rocks. Ein Musikform, die, angelehnt an den deutschen Schlager, seit Ende der 70er Jahre von der ständigen Wiederholung der ewig gleichen, schnulzigen Text-Versatzstücke lebt, stets untermalt von einem bißchen bedeutungsschwangeren Gitarrenriff-Geschraddel.

Blöderweise nehmen sich die Stellvertreter dieser Zunft selbst stets so furchtbar ernst, daß man sich mit solchen Kritiken schnell in eine gefährlich (selbst)ironiefreie Zone beleidigter Leberwürste begibt*. Musik wird dann schnell zu einem bierernstem Geschäft, bei dem der jeweilige Künstler immer auf Teufel komm raus ein ihm ganz, ganz, GANZ wichtiges Anliegen transportieren muß. In jeder Silbe steckt eine Message, in jeder Note 1 Liter frisch gezapftes Herzblut. Musik nur um der Musik willen, auch mal in Form eines Instrumentalstücks, scheint diesen geschwätzigen Bergarbeitern der Musikbranche zuwider zu sein. Man** kann sich Maffay und Konsorten tatsächlich gut vorstellen, wie sie staubverschmiert und verschwitzt aus einem engen Stollen kriechen, auf dem Rücken einen Korb voller mühevoll aus dem Felsen herausgeschlagener Brocken Betroffenheitslyrik.
Und das Ganze ist natürlich gänzlich unkommerziell, mit einer CD Geld zu verdienen gilt in diesen Kreisen schon beinah als unanständig. Merke: Als Deutsch-Rocker kann man offenbar nur so richtig authentisch sein, wenn man einmal die Woche eine Straße teert und hinterher mit den Hartzis im Stadtpark eine Dose Ratskrone zischt. Dann läßt man sich von ihnen auf die Schulter klopfen und brummelt seinerseits irgendwas von "nicht aufgeben", klettert wieder auf sein Custom Bike und knattert zum nächsten Sanatorium, um dort ergriffen ein paar krebskranke Kinder ans Holzfällerhemd zu drücken, die lieber Besuch von Tokio Hotel oder Schnappi gehabt hätten.

*) wobei ich die notorische Humorlosigkeit bei Maffay zumindest teilweise nachvollziehen kann, die ewig gleichen "der Zwerg mit der Warze"-Witzchen würden mir auch auf die Bällchen gehen
**) ich zumindest

Auch mal was Positives

Habe heute beim Einkaufen einen verhutzelten Opi gesehen, der vor einem Geschäft auf einen Kinderwagen aufgepaßt hat und diesen so vorsichtig wippte wie sonst nur fürsorgliche Mamas.

War wirklich ein schönes Bild.